Am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße soll ab März eine "Altberliner Drehorgelgasse" entstehen. Unternehmer Gunnar Reich will historisierte Holzhäuser an der Friedrichstraße/Ecke Zimmerstraße aufstellen und an die Besucher des geschichtsträchtigen Sektorenübergangs Würstchen und Kitsch verkaufen. Leierkastenmusik soll dabei für altberliner Flair sorgen. Mit großen Pappwänden will Reich außerdem historische Straßenzüge nachbilden und originale Mauerteile auf dem ehemaligen Grenzstreifen aufstellen. Rainer Hildebrand vom Checkpoint Charlie Museum sieht in dem Projekt ein Schandfleck für das Areal. Wo sich amerikanische und russische Panzer gegenüber standen und Flüchtlinge verbluteten, "darf keine Amüsiermeile entstehen", sagt Hildebrand. Dafür sei der Ort zu heilig. Reich kann die Kritik nicht verstehen. Nach seiner Ansicht hat das "nostalgische Projekt" nichts mit einer Vergnügungsmeile gemeinsam. Reich hat sich zudem verpflichtet, den bisher verdreckten Ort sauber zu halten. Deshalb will Mittes Baustadträtin Dorothee Dubrau (Grüne) die Genehmigung für die Drehorgelgasse, die auf privatem Gelände aufgebaut werden soll, erteilen. (ak.)
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