Auch im letzten von drei Strafprozessen gegen ehemalige Mitarbeiter des Museums "Haus am Checkpoint Charlie" konnte der Vorwurf der Unterschlagung nicht aufrechterhalten werden. Das Verfahren gegen den ehemaligen Betriebsrat Bernd-Uwe Tschöke wurde am Donnerstag vom Amtsgericht Moabit wegen Geringfügigkeit eingestellt. Rainer Hildebrandt, der Leiter des Museums und Vorsitzende des Trägervereins "Arbeitsgemeinschaft 13. August" (Arge) hatte dem 47jährigen Tschöke im September 1998 fristlos gekündigt und ihm vorgeworfen, Geld unterschlagen zu haben. Tschöke habe am 11. Mai 1998 während er Eintrittsgelder kassierte einen Geldschein, "unbekannter Höhe" zunächst zur Seite gelegt und später eingesteckt, hieß es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Tschöke bestritt dies nicht, sagte aber, er selbst habe zuvor aus eigener Tasche Wechselgeld in die Kasse gelegt. Grundlage der Anklage war ein Videoband aus einer Überwachungskamera, das die Vorsitzende Richterin jedoch nicht zeigen ließ. Da der Streitwert vermutlich nicht höher als 20 Mark gewesen sei, stellte sie das Verfahren wegen Nichtigkeit ein. Bernd-Uwe Tschöke, dessen Frau zum Zeitpunkt der Kündigung mit dem dritten Kind schwanger war, lebt seither mit seiner Familie von Sozialhilfe, da ihm die Arbeitslosenhilfe wegen des Unterschlagungsvorwurfs bisher verwehrt blieb. Derzeit klagt Tschöke auf Wiedereinstellung. Bereits im April und Mai waren die ehemaligen Mitarbeiter Ari Boldt-Hatai und Jürgen Quasdorff vom Vorwurf der Unterschlagung freigesprochen worden. In allen drei Fällen hatte Rainer Hildebrandt die Vorwürfe als Anlaß für eine fristlose Kündigung genommen. Boldt-Hatai und Quasdorff erwirkten vor dem Arbeitsgericht eine fristgerechte Kündigung. Gegen Manuela Eikkenroth, die als Dozentin im Museum arbeitete, hatte Rainer Hildebrandt den Vorwurf der Unterschlagung zurückgenommen. Auch ihre Kündigung wurde in eine fristgerechte Kündigung umgewandelt, zudem erhielt sie eine Abfindung. Allerdings sei ihr Ruf durch die Vorgänge im Museum geschädigt worden, sagte sie. Gemeinsam mit Ari Boldt-Hatai und Quasdorff hat sie Strafantrag gegen Rainer Hildebrandt und seine Frau Alexandra wegen Nötigung gestellt.
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