Der Streit um die Verhüllung des alliierten Kontrollhäuschens am Checkpoint Charlie soll heute um 9 Uhr offiziell beendet werden. Museumschefin Alexandra Hildebrandt selbst will die blauen Plastikplanen abnehmen, hinter denen sie die Baracke vor mehr als zehn Tagen versteckt hatte. "Die Stadtentwicklungsverwaltung hat jetzt in einem Schreiben klar gestellt, dass künftig alle Störungen des Straßenverkehrs an dieser Stelle unterbunden werden", sagte Hildebrandts Anwalt Claus-Peter Martens gestern Abend. Zu diesen Störungen gehörten auch "Personen, die sich im Bereich der Fahrbahn fotografieren lassen", heißt es in dem Schreiben, das der Berliner Zeitung vorliegt. Martens: "Es wurde dem Museum zugesichert, dass die Polizei sämtliche Verstöße gegen die straßenrechtlichen Vorschriften unverzüglich ahnden wird." Die Witwe des Gründers des Mauermuseums am Checkpoint Charlie Rainer Hildebrandt hatte den Barackennachbau Anfang des Monats verhüllen lassen, weil sie die Würde des historischen Ortes durch eine Gruppe junger Leute verunglimpft sieht. Diese posieren seit Oktober vorigen Jahres vor dem Kontrollhäuschen in Uniformen gegen Geld. Dass die Verhüllung weg muss, hatte am Freitag das Tiefbauamt Friedrichshain-Kreuzberg angeordnet. Begründung: Veränderungen an der genehmigten Sondernutzung seien nicht erlaubt. Gedroht wurde, dass das Amt selbst die Enthüllung vornehmen lässt und dies dem Museum in Rechnung stellt. Zugleich hatten Senatsverwaltung und Bezirk dem Museum zugesichert, dass die Straßenfunktion gewährleisten wird. Martens: "Wir werden die Uniformierten anzeigen, wenn sie auf dem Gehweg posieren und Touristen dazu verleiten, von der Straße aus zu fotografieren, denn das ist auch eine Störung der Straßenfunktion." (sk.)
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