Die Bundesanwaltschaft hat am Donnerstag in Brandenburg einen mutmaßlichen Spion Russlands festnehmen lassen. Bei dem Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der Karlsruher Behörde um den ukrainischen Staatsbürger Vadym Y. Ihm wird geheimdienstliche Agententätigkeit vorgeworfen.
Y. soll militärisch relevante Informationen zusammengetragen haben, darunter Erkenntnisse über die Produktion von Panzerfahrzeugen, Munition und Explosivstoffen. Zudem habe er Informationen über Personal und militärische Anlagen an Standorten zur Sicherung der Nato-Ostflanke gesammelt, teilte die Bundesanwaltschaft mit.
Kontakte in die Rüstungsbranche gezielt genutzt
Einige der Informationen seien öffentlich zugänglich gewesen, hieß es weiter. Für andere habe der Beschuldigte gezielt Personen aus der europäischen Rüstungsbranche „abgeschöpft“. Mit diesem Begriff bezeichnen Nachrichtendienste das verdeckte Beschaffen von Informationen aus Gesprächen mit ahnungslosen Zielpersonen.
Seit Juli 2025 soll Y. nach Darstellung der Bundesanwaltschaft über einen Mittelsmann in Kontakt mit einem russischen Nachrichtendienst gestanden haben. Angaben zum genauen Ort der Festnahme in Brandenburg machte die Behörde zunächst nicht.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ist in Deutschland für die Verfolgung von Staatsschutzdelikten zuständig. Dazu zählen auch Fälle mutmaßlicher Spionage für fremde Mächte. (mit AFP)
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