Italien

Mutter lässt 18 Monate altes Kind sechs Tage allein – tot

Einer Italienerin war der Besuch beim neuen Freund wichtiger als die Fürsorge für ihre kleine Tochter. Die Mutter wurde nun der vorsätzlichen Tötung angeklagt.

Team News fem
3 Min
Ein Auto der italienischen Carabinieri am Domplatz in Mailand

Ein Auto der italienischen Carabinieri am Domplatz in Mailand

© imago

Ein Fall von Kindesvernachlässigung hat in Italien Entsetzen ausgelöst. Die Leiche der 18 Monate alten Diana wurde am Mittwoch vergangener Woche in der Wohnung der Mutter in einem Randbezirk von Mailand aufgefunden. Es war die Mutter selbst, Alessia P., die die Polizei alarmierte. Ziemlich schnell stellte sich jedoch heraus, dass es sich nicht um einen Unfall handelte.

Die Ermittler fanden neben der Leiche des Mädchens, die in einem Kinderbett lag, eine leere Babyflasche sowie ein zur Hälfte geleertes Fläschchen mit Beruhigungsmitteln. Ob die 36-jährige Mutter die kleine Diana sediert hatte, bevor sie verreiste, könne erst nach der Autopsie festgestellt werden, teilten die italienischen Behörden mit. Das würde jedenfalls zu den Schilderungen der Nachbarn passen, die gegenüber Ermittlern und Medien angaben, sie hätten das Kind nie schreien hören.

Alessia P. hatte vergangene Woche das Kind zurückgelassen, um ihren neuen Freund zu besuchen, der in der Provinz Bergamo lebt und nicht der Vater des Kindes ist. Sie log ihn an und erzählte, das Mädchen sei bei ihrer Schwester.

Mutter über ihre Tochter: „Sie war ein Hindernis für meine Freihei“

„Ich wusste, dass es so enden könnte“, waren die ersten Worte der Mutter gegenüber den ermittelnden Staatsanwälten. Es sei das einzige Mal gewesen, dass sie so lang von zu Hause weggeblieben sei – aber nicht das erste Mal, dass die Kleine alleine blieb. In einem späteren Verhör soll sie laut Berichten italienischer Medien über die kleine Diana gesagt haben: „Sie war ein Hindernis für meine Freiheit“.

Derzeit scheint laut Angaben der Behörde keine psychische Störung eine Rolle gespielt zu haben: „Dies ist eine Person, die skrupellos und fähig ist, jede Gräueltat zu begehen, um ihre persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen“, zitiert die italienische Zeitung Corriere della Sera aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Laut den Ermittlern war es der Frau wichtiger, ihre romantischen Beziehungen mit Männern auszuleben anstatt sich um ihr Kind zu kümmern.

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Alessia P. ist weder polizeibekannt, noch galt sie bislang als jemand, der unter psychischen Problemen litt. Gegen sie wird nun Anklage wegen vorsätzlicher Tötung in Verbindung mit grober Fahrlässigkeit erhoben.

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