Hinduismus

Nach 21 Jahren Wartezeit: Großer Hindu-Tempel öffnet in Berlin-Neukölln

Die mehrtägige Zeremonie zur Weihung und Eröffnung des Ganesha-Tempels an der Hasenheide beginnt. Er ist der zweite seiner Art in Berlin und ein Millionenprojekt.

3 Min
Sri-Ganesha-Hindu-Tempel in Berlin-Neukölln

Sri-Ganesha-Hindu-Tempel in Berlin-Neukölln

© epd/Imago

Nach mehr als zwei Jahrzehnten Planung und Bau wird der Sri-Ganesha-Hindu-Tempel an der Hasenheide eingeweiht. Vom 3. bis 7. Juni feiert die Berliner Hindu-Gemeinde die Eröffnung mit einer mehrtägigen Weihezeremonie.

Der neue Hindu-Tempel im Neuköllner Ortsteil an der Hasenheide öffnet ab diesem Mittwoch erstmals seine Türen. Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Tempelweihe (Maha Kumbhabhishekam) am Sonntag, bei der Wasser aus dem indischen Fluss Ganges über die Turmspitze gegossen wird. Das teilte der Trägerverein mit.

Gesamtkosten von 1,1 Millionen Euro

Von der ersten Planung bis zur Einweihung vergingen rund 21 Jahre. Gegründet wurde der Verein am 24. September 2005, der Spatenstich erfolgte zwei Jahre später, gebaut wurde seit 2010. Verzögerungen bei Genehmigungen, die ausschließlich auf Spenden basierende Finanzierung und lange Lieferzeiten – zuletzt für den Granit des Fußbodens – hätten den Bau immer wieder aufgehalten, sagte Vilwanathan Krishnamurthy vom Trägerverein. Hinzu komme, dass die indischen Bauarbeiter nur in der warmen Jahreszeit hätten arbeiten können.

Die Gesamtkosten bezifferte Krishnamurthy auf rund 1,1 Millionen Euro, vollständig finanziert durch Spenden und ehrenamtliches Engagement. Zu Beginn der Planungen hätten in Berlin nur etwa 5000 bis 6000 Hindus gelebt, weshalb das Sammeln von Spenden damals schwieriger gewesen sei. Heute schätzt er die Zahl auf bis zu 45.000 – ein Anstieg, der vor allem auf Studenten und IT-Fachkräfte aus Indien zurückgehe.

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17 Meter hoher Turm mit goldenen Verzierungen

Der Tempel ist im südindischen Dravida-Stil errichtet und zählt nach Angaben des Vereins zu den größten Hindu-Tempeln Europas. Der 17 Meter hohe Raja-Gopuram ist mit goldenen Verzierungen und Götterfiguren gestaltet, die blaue Fassade mit Ornamenten versehen. Die Tempelfläche beträgt laut Krishnamurthy etwa 850 Quadratmeter, das gesamte Grundstück rund 5000 Quadratmeter. Gewidmet ist das Gotteshaus der elefantenköpfigen Gottheit Ganesha, die für Energie und Weisheit steht.

Es ist der zweite Hindu-Tempel in Berlin. 2013 war in Britz der Sri Mayurapathy Murugan Tempel eröffnet worden, der vor allem von Gläubigen mit Wurzeln in Sri Lanka besucht wird. An jedem Abend der Eröffnungswoche ist von 18 bis 20 Uhr ein offenes Kulturprogramm mit klassischer Musik, Tanz und religiösem Gesang (Bhajan) geplant. Der Eintritt ist frei.

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