Behörden-Kritik

Nach Amokfahrt in Leipzig: Ex-Frau des Täters äußert sich

Nach der Amokfahrt von Leipzig haben sich die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters und ihre Familie erstmals öffentlich geäußert. Sie werfen den Behörden mangelnde Hilfe vor.

OAZ
3 Min
Am Anfang der Grimmaischen Straße, unweit der Stelle, an der das erste Opfer ums Leben kam, gedenken die Leipziger Zwei tage nach der Amokfahrt der Opfer  und legen Blumen nieder. (Leipzig, 06.05.2026)

Am Anfang der Grimmaischen Straße, unweit der Stelle, an der das erste Opfer ums Leben kam, gedenken die Leipziger Zwei tage nach der Amokfahrt der Opfer und legen Blumen nieder. (Leipzig, 06.05.2026)

© Sven Sonntag/PICTURE POINT/IMAGO

Die Ex-Frau des mutmaßlichen Täters von Leipzig und deren Angehörige haben sich erstmals zu der Amokfahrt vom 4. Mai geäußert und Kritik an der Betreuung durch die Behörden geübt. In einer schriftlichen Stellungnahme, die dem MDR nach eigenen Angaben vorliegt, zeigt sich die Familie erschüttert über die Tat. „Wir alle sind über die Tat zutiefst schockiert und entsetzt“, heißt es in dem Schreiben. Den Opfern und Angehörigen sprach die Familie ihr Mitgefühl aus, den Einsatz- und Hilfskräften dankte sie für ihre Arbeit.

Vor der Amokfahrt habe es nach Angaben der Familie mehrfach Versuche gegeben, eine Eskalation zu verhindern. „Es gab Anzeigen, Gespräche mit Behörden und wiederholte Versuche, Hilfe zu erhalten, um eine weitere Eskalation zu verhindern“, heißt es in der Erklärung. Dennoch hätten die unmittelbar Betroffenen über lange Zeit das Gefühl gehabt, mit der Situation weitgehend allein gelassen worden zu sein.

Besonders belastet gewesen seien die frühere Ehefrau und ihre Eltern. Einzelne Angehörige hätten in dauerhafter Angst gelebt – bis hin zur Sorge um die eigene körperliche Unversehrtheit. Bewältigt worden sei diese Zeit nach Darstellung der Familie vor allem durch den engen familiären Zusammenhalt und die Unterstützung weniger Vertrauter.

Appell an Medien und Behörden

Die Familie kritisierte zudem, dass vertrauliche und intime Details öffentlich diskutiert würden, obwohl sie selbst damit nicht an die Öffentlichkeit gegangen sei. Sie beanstandete auch, dass offenbar Informationen aus Behörden nach außen gelangt seien. An Öffentlichkeit und Medien appellierte sie, die Privatsphäre der Ex-Frau und des gemeinsamen Kindes zu schützen. Ein Kind dürfe nicht dauerhaft die Folgen einer Tat tragen müssen, die es weder verursacht noch beeinflusst habe. Weitere öffentliche Erklärungen werde die Familie nicht abgeben.

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Bei der Amokfahrt am 4. Mai 2026 in Leipzig waren zwei Menschen getötet und zahlreiche weitere teils schwer verletzt worden. Der Einsatz rund um die Amokfahrt galt als vorbildlich, doch inzwischen tauchen vermehrt Fragen auf, ob der Informationsaustausch unter den Behörden in den Tagen und Wochen vor der Tat gut genug lief. Die Politik hatte umfangreiche und rasche Aufklärung zugesagt.

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