Die Streitkräfte der international anerkannten jemenitischen Regierung haben nach eigenen Angaben in der Nacht zum Sonntag Angriffe auf die Hauptstadt Sanaa und die Huthi-Hochburg Saada geführt. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, man greife wichtige Ziele an, ohne Einzelheiten zu nennen. Der von den Huthis betriebene Sender Al-Masirah hatte zuvor von einem Angriff berichtet und diesen Saudi-Arabien zugeschrieben.
Die neuen Angriffe folgen auf eine Attacke gegen eine Anlage des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco in der saudischen Hauptstadt Riad, zu dem sich die Huthis bekannt haben.
Der Militärsprecher der mit dem Iran verbündeten Miliz, Yahya Saree, erklärte laut dem Nachrichtenportal Shafaq News, der Angriff mit ballistischen Raketen und Drohnen sei eine Vergeltung für saudische Angriffe auf jemenitische Provinzen. Ein Augenzeuge berichtete Reuters, in der Nähe einer Aramco-Anlage in Riad sei eine große Rauch- und Feuersäule aufgestiegen.
Huthis kontrollieren Küste am Roten Meer
Nach ihrem jüngsten Vormarsch kontrolliert die Miliz weite Teile der jemenitischen Küste am Roten Meer sowie strategisch wichtige Inseln. Das betrifft auch die Meerenge Bab al-Mandab, die für Ölexporte aus dem saudischen Hafen Yanbu nach Asien passiert werden muss.
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Yanbu ist der wichtigste saudische Ölhafen am Roten Meer und Endpunkt der 1200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline. Über diese fließt – unter Umgehung der weitgehend blockierten Straße von Hormus – Öl von der Küste am Persischen Golf, das in Yanbu verschifft wird.
Konflikt durch Iran-Krieg eskaliert
Die Huthis gehören zur vom Iran unterstützten „Achse des Widerstands“. Nach einer Waffenruhe von 2022 waren die Kämpfe im Jemen weitgehend zum Erliegen gekommen. Im Zuge des Krieges zwischen dem Iran und den USA flammte der Konflikt in diesem Jahr wieder auf.
Die jemenitische Regierung kämpft mit Unterstützung Saudi-Arabiens und weiterer Verbündeter gegen die Miliz. Im Juli verhängten die Huthis eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien und begannen, saudisches Staatsgebiet und Schiffe anzugreifen.
Nach Angaben des irakischen Nachrichtenportals Shafaq News bezifferte Huthi-Sprecher Saree die Luft- und Raketenangriffe der von Saudi-Arabien geführten Koalition während der vergangenen 24 Stunden auf 60 und die Gesamtzahl seit Beginn der jüngsten Eskalation auf 1410.
Bereits in der Vorwoche hatten die Huthis nach eigenen Angaben Aramco-Anlagen in Yanbu angegriffen. Saudi-Arabien erklärte damals, sechs ballistische Raketen in Richtung Taif und Yanbu abgefangen zu haben, meldete aber keine Schäden an Aramco-Einrichtungen.
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