Ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn, der bei einem Angriff in einem Regionalexpress von einem Fahrgast lebensbedrohlich verletzt wurde, ist verstorben. Dies teilte die Deutsche Bahn am Mittwochmorgen mit.
Der Vorfall ereignete sich am Montagabend in einem Regionalexpress in Rheinland-Pfalz. Der Zugbegleiter wurde bei einer Fahrkartenkontrolle angegriffen, als der Regionalexpresszug RE4131 (Heidelberg - Koblenz) gegen 17.40 Uhr den Bahnhof Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern verließ. Er habe zuvor einen Reisenden wegen eines fehlenden Fahrscheins des Zuges verweisen wollen.
Deutsche Bahn: „Schwarzer Tag für alle Eisenbahner“
Der 36-jährige Mitarbeiter von DB Regio Mitte erlitt so schwere Verletzungen, dass er reanimiert werden musste. Noch vor Ort konnte ein 26-jähriger Verdächtige festgenommen werden. Mittlerweile sitzt er in Untersuchungshaft. Zum genauen Tathergang lagen zunächst keine näheren Angaben vor. „Zur Tatwaffe oder möglichen Tatwerkzeugen können wir nichts sagen“, sagte die Sprecherin.
Angst vor U-Bahn-Schubsern: Bedürfnis nach Sicherheit ist keine Frage von Einzelfällen
Nach brutaler Tat in Rheinland-Pfalz: In Berlin nehmen Angriffe auf Bahnpersonal deutlich zu
„Wir bei der Bahn trauern“, schreibt Evelyn Palla, die neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn (DB), bei LinkedIn. „Der tragische Tod unseres Kollegen Serkan C. macht mich fassungslos und traurig. Mein tiefes Mitgefühl gilt seinen Angehörigen, seinen Freunden und seinen Kolleginnen und Kollegen.“
„Wir alle bei der Deutsche Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste. Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt. Wir, die Politik, die Gesellschaft, müssen Antworten geben. Heute ist ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land“, so Evelyn Palla.
Bereits am Dienstag äußerte sich der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Martin Burkert. Er sei „bestürzt und fassungslos“. Vor allem aber seien die Beschäftigten „wütend“, erklärte er. Denn die Zahl der Übergriffe bei Bahn und Bus steige seit Jahren. „Und die Politik schaut zu.“ Jahrelang sei an der Sicherheit von Personal und Fahrgästen gespart worden, kritisierte der Gewerkschaftschef. „Auf vielen Zügen im Nahverkehr gibt es nur einen Zugbegleiter. Sicherheitspersonal fährt fast nie mit.“
In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der körperlichen Übergriffe auf Personal in Regionalverkehrszügen gestiegen. Hatte DB Regio Nordost 2024 noch 89 Körperverletzungen registriert, waren es 2025 bereits 111. Die Dunkelziffer gilt als hoch. Ein Bahn-Manager sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung.
(mit dpa)
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