Angriff auf Rhode Island

Nach Brown-University-Schießerei in den USA: War es erneut Terrorismus?

Zwei junge Menschen starben bei einer Schießerei in den USA. Eine Getötete war Vizepräsidentin der republikanischen Studentenvereinigung. Das wirft eine brisante Frage auf.

3 Min

In den USA wird nach der Schießerei an der Brown University auf Rhode Island diskutiert, ob es sich um einen weiteren politisch motivierten Mord handeln könnte. Bei dem Angriff am Samstag wurden zwei Studenten getötet und neun weitere verletzt. Eines der Todesopfer, die 19-jährige Ella Cook aus Alabama, war Vizepräsidentin des Republikanischen Clubs der Brown University.

Das FBI fahndet weiter nach dem Täter und hat eine Belohnung von 50.000 Dollar für Hinweise ausgesetzt, die zur Festnahme führen. Nach Angaben der Bundespolizei ist der Verdächtige etwa 1,73 Meter groß und von kräftiger Statur. Die Behörden veröffentlichten Aufnahmen, die eine dunkel gekleidete Person etwa zwei Stunden vor der Tat zeige.

Tödliche Schüsse während Prüfung

Der Angriff ereignete sich gegen 16 Uhr Ortszeit im Barus & Holley Gebäude der Elite-Universität in Providence, Rhode Island. Ein Schütze stürmte während einer Prüfungsvorbereitung in einen Hörsaal im Erdgeschoss und eröffnete das Feuer. Die Wirtschaftsprofessorin Rachel Friedberg berichtete dem lokalen Sender Ocean State Radio, der Täter habe etwas gerufen und dann geschossen. Studenten hätten versucht, in Deckung zu gehen.

Vizepräsident J.D. Vance würdigte Cook als jemanden mit „besonderem Mut“, eine konservative Organisation an einem linken Campus zu führen. Die College Republicans of America bezeichneten sie als bekannt für ihr „mutiges, tapferes und gütiges Herz“.

Das zweite Todesopfer wurde als der 18-jährige Mukhammad Aziz Umurzokov aus Virginia identifiziert. Der aus Usbekistan stammende Student hatte laut einer GoFundMe-Seite seiner Familie den Traum, Neurochirurg zu werden. Der usbekische Außenminister und US-Botschafter Jonathan Henick drückten ihr Beileid aus.

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Ein zunächst festgenommener Verdächtiger wurde am Sonntagabend wieder freigelassen. Rhode Islands Generalstaatsanwalt Peter Neronha erklärte, es gebe keine Grundlage mehr, die Person als verdächtig einzustufen. Die Beweise würden nun in eine andere Richtung deuten.

2000 Studenten in Sicherheit

Universitätspräsidentin Christina H. Paxson sprach von einem „zutiefst tragischen Tag“. Etwa 2000 Studenten seien in Sicherheit gebracht worden. Die Universität verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen erheblich und meldete eine Zunahme von Falschmeldungen und sogenannten „Swatting“-Anrufen.

Rhode Islands Gouverneur Dan McKee ordnete eine umfassende Überprüfung der Sicherheitspläne aller Bildungseinrichtungen an. Er versprach, alle verfügbaren Ressourcen für die Fahndung nach dem Schützen einzusetzen. Die Präsenz von Sicherheitskräften an Schulen solle erhöht werden.

Präsident Trump schaltet sich ein

Präsident Donald Trump bezeichnete die Schießerei als „schreckliche Sache“. Man könne im Moment nur für die Opfer und die Schwerverletzten beten, sagte er nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus. FBI-Direktor Kash Patel und Generalstaatsanwältin Pam Bondi riefen ebenfalls zu Gebeten auf.

Die Schießerei an der Brown University war laut der unabhängigen Analysewebsite Gun Violence Archive die 389. Massenschießerei in den USA in diesem Jahr. Die Organisation definiert Massenschießereien als Vorfälle mit mindestens vier Toten oder Verletzten, den Täter nicht mitgerechnet.

Erst im September war Charlie Kirk, Gründer der konservativen Bewegung Turning Point USA und Trump-nahen Influencer, in Utah erschossen worden. Ein 22-jähriger Student, der wegen Mordes angeklagt ist, handelte aus explizit politischen Motiven.

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