BLOEMFONTEIN. So hat sich Xabi Alonso das nicht vorgestellt. Es stand ihm ins Gesicht geschrieben. Als er gefragt wurde, ob es leicht war, den Irak zu besiegen, oder sogar sehr leicht, sprach er betont langsam. "Es war weder leicht noch sehr leicht - es war ganz schön hart." Eine halbe Ewigkeit mussten die Spanier am Mittwochnachmittag ihren Weg suchen, um auch ihr zweites Spiel beim Confederations Cup in Südafrika siegreich zu gestalten. Sie probierten es über ihr fabelhaftes Kurzpassspiel, über harmlose Fernschüsse und lange erfolglos über die Flügel. Anders als beim 5:0 über Neuseeland dauerte es nicht sechs, sondern erstaunliche 55 Minuten, bis David Villa im Free State Stadium von Bloemfontein den ersten und einzigen Treffer für den Europameister erzielte.Offenbar hatte auch Trainer Vicente del Bosque mit weniger Mühsal gerechnet, großzügig veränderte der 58-Jährige seine Elf gegenüber dem 5:0 auf fünf Positionen. Besonders das Fehlen der Mittelfeldspieler Cesc Fabregas und David Silva machte sich negativ bemerkbar, gegen die von Bora Milutinovic ausgeknobelte Defensivtaktik fiel den anderen wenig ein. Im Zentrum blieben Xavi und Xabi Alonso lange blass, der verletzte Andrés Iniesta fehlte als Kreativer arg, und von Fernando Torres war drei Tage nach seinen drei Toren gegen Neuseeland kaum etwas zu sehen. "Das war die intelligenteste Taktik, ich meine, Spanien ist eben Spanien", sagte Milutinovic später. "Ich bin wahrscheinlich der glücklichste Trainer, der gerade ein Spiel verloren hat."Nur noch ein Sieg zum RekordIn die im Laufe des Spiels geöffnete Arena kamen nur 30 512 Zuschauer, ein Drittel der Plätze blieb leer. Dass dem wohl besten Team der Welt die gewohnte Brillanz fehlte, war den Fans egal, sie sorgten mit melodiösen Gesängen für eine unglaubliche Atmosphäre.Die Spanier sind vorzeitig für das Halbfinale qualifiziert - und auf dem Weg zu Historischem. Sie sind jetzt seit 34 Spielen unbesiegt, den Rekord hält Brasilien (35). Im letzten Gruppenspiel am Samstag gegen Südafrika will del Bosque zwar einige Spieler schonen. Er versprach aber: "Wir haben unser erstes Ziel erreicht, jetzt wollen wir noch mehr erreichen".
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