Waldflächen in Europa, die durch Feuer geschädigt wurden, sind auch nach dem Brand deutlich wärmer als vergleichbare, unversehrte Wälder in der Nachbarschaft. Das geht aus einer am Dienstag im Fachjournal Nature Geoscience veröffentlichten Studie eines internationalen Forschungsteams hervor.
Danach lag die im Sommer an der Erdoberfläche gemessene Temperatur auf den Brandflächen im Mittel 1,97 Grad Celsius höher als in intakten Wäldern in 100 bis 500 Metern Entfernung.
Satellitendaten aus ganz Europa
Über alle untersuchten Störungsarten hinweg – darunter auch Insektenbefall und Holzeinschlag – ermittelten die Forscher eine zusätzliche Erwärmung von im Schnitt 1,70 Grad Celsius gegenüber den benachbarten Wäldern.
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Für die Auswertung verknüpften sie nach eigenen Angaben Daten des US-Erdbeobachtungsprogramms Landsat mit einem europaweiten Datensatz zu Waldschäden. Gefördert wurde die Arbeit unter anderem durch die französische Forschungsagentur ANR und die Europäische Weltraumorganisation ESA.
Nadelwälder heizen sich stärker auf
Als wichtigsten Einflussfaktor nennen die Autoren, wie schwer der Wald geschädigt wurde – also wie viel Vegetation und Kronendach verloren geht. Auch die Zusammensetzung des Waldes spielt demnach eine Rolle: Nadelwälder erwärmten sich nach einem Schaden stärker als Laubwälder, forstwirtschaftlich angelegte Plantagen stärker als natürlich gewachsene Bestände. Brandflächen heizten sich zudem stärker auf als vergleichbare Flächen, auf denen Holz geerntet worden war.
Um die langfristige Entwicklung zu erfassen, verfolgten die Wissenschaftler Schäden aus dem Jahr 2014 über zehn Jahre hinweg. Dabei zeigte sich, dass mehr als 82 Prozent der zusätzlichen Erwärmung innerhalb von zehn Jahren wieder zurückgingen, sobald die Vegetation nachwuchs.
Was der Wald braucht, um abzukühlen
Mit einem Computermodell wertete das Team zudem verschiedene Bewirtschaftungsvarianten, etwa Änderungen bei Größe und Schwere der Schäden oder beim vorherrschenden Baumtyp aus. Die Berechnungen zeigten laut Studie, dass geringere Schäden, kleinere Schadflächen oder ein Umbau hin zu Laubwäldern die Erwärmung nach einem Schaden verringern können.
Die Autoren schreiben, ihre Analyse benenne zentrale physikalische und biologische Einflussgrößen für die durch Schäden ausgelöste Erwärmung europäischer Wälder. Zugleich verweisen sie darauf, dass die Waldbewirtschaftung das Ausmaß der Erwärmung begrenzen könne, wenn dabei Klima, Ökologie und forstwirtschaftliche Nutzung abgewogen würden.
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