Nach dem Titelgewinn im Eishockey hofft Bürgermeisterin auf Imagegewinn / Mannschaft und Fans in Partystimmung

Die Eisbären machen Lichtenberg populär

Stefan Strauß
3 Min

Lichtenberg? Hohenschönhausen? Wo liegt denn das? Mit dem Sieg des EHC Eisbären Berlin über die Adler Mannheim (4:1) am Dienstagabend im Wellblechpalast ist die Mannschaft aus dem Sportforum Hohenschönhausen zum ersten Mal gesamtdeutsche Meister im Eishockey geworden.Damit dürfte der eher unscheinbare Berliner Bezirk, der sicherlich nicht zu den touristischen Attraktionen der Hauptstadt gehört, eine enorme Popularität erlangt haben. Denn selbst im letzten Winkel des Landes weiß man jetzt: die Eisbären kommen aus Berlin, Bezirk Lichtenberg, Ortsteil Hohenschönhausen. Oder einfach "Ost-Berlin", wie die Eisbären-Fans gern betonen. 15 Mal gewannen die Eisbären schon einen Meistertitel, allerdings nur in der DDR, damals noch unter dem Namen SC Dynamo Berlin. Das ist Vergangenheit: Seit Dienstagabend sind die Eisbären nun die beste Eishockeymannschaft Deutschlands. "Der Sieg der Eisbären ist ein echter Imagegewinn für den Bezirk", sagte Lichtenbergs Bezirksbürgermeisterin, Christina Emmrich (PDS). "Jetzt wird Lichtenberg in aller Munde sein." Sie hofft auf viele Touristen, die jetzt nach Lichtenberg kommen. Wegen der Eisbären. Vielleicht tun sie das wirklich.Schnell will die Bürgermeisterin jetzt die Eishockeymannschaft ins Rathaus Lichtenberg einladen. Auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) plant einen Empfang der Eisbären im Roten Rathaus, sagte gestern Senatssprecher Michael Donnermeyer. Einen Termin für den Empfang gibt es allerdings noch nicht. Denn Wowereit weilt am Donnerstag und am Freitag in Brüssel.Gleich nach dem Sieg der Eisbären begann vor dem Wellblechpalast am Dienstagabend eine Riesenparty der etwa 5 000 Fans. Es gab Freibier. Die Eisbären-Anhänger lagen sich in den Armen und sangen. Die Hauptsponsoren Gasag und Berliner Pilsner hatten schon vor dem Spiel mehr als 500 Liter Bier in zehn Fässern angeliefert. "Hier steigt eine Riesenparty. Wir sind überglücklich, heulen vor Freude und sind in Ekstase", sagte Michael Leinhos vom Fanbeirat der Eisbären nach dem deutlichen Sieg über die Mannheimer Adler. Und für weiteren Bier-Nachschub wurde gesorgt. "Wir werden nicht leer laufen", sagte Bettina Pöttken, bei Berliner Pilsner für das Marketing zuständig.Puhdys spielen für die FansIn den nächsten Tagen werden die Mannschaft und die Fans den Sieg der Eisbären mit verschiedenen Aktionen feiern. Am Freitag soll es einen Autokorso der Fans geben. "Das wird man in der Stadt mitkriegen!", sagte Leinhos. Geplant ist auch ein Fantreffen am Brandenburger Tor. "Viele Eisbären-Fans haben sich für den Rest der Woche Urlaub genommen, um ordentlich zu feiern", so Leinhos. Einen spontanen Autokorso durch die Berliner Innenstadt direkt nach dem Spiel hatte der Fanbeirat abgelehnt. "Zum Autofahren sind wir alle schon zu betrunken. Das bringt nichts", sagte Leinhos.Eine offizielle Meisterfeier für die Eisbären ist am Donnerstag im Shell-Haus am Reichpietschufer geplant. 400 Gäste sind dazu eingeladen, darunter die Mannschaft, das Management, Fans und Sponsoren. Verschiedene Live-Bands sollen bei der Party auftreten.In Vorbereitung befindet sich auch auch ein großes Meisterschaftsfest für die Fans am kommenden Freitag im Wellblechpalast. Dort werden auch die Puhdys ein Konzert geben. Schließlich haben die Ost-Rocker die Eisbären-Hymne "Hey, wir woll'n die Eisbären seh'n!" geschrieben.------------------------------"Der Sieg der Eisbären ist ein echter Imagegewinn für den Bezirk. Jetzt wird Lichtenberg in aller Munde sein."Christina Emmrich (PDS), Bürgermeisterin von Lichtenberg

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