Nach der Sanierung der Kuppel wird jetzt die Uferpromenade erneuert

Taucher am Dom

Uwe Aulich
3 Min

MITTE. Dombaumeister Stefan Felmy konnte gestern eine gute Nachricht verkünden. Die Sanierung der Kuppel des Berliner Doms wird in diesen Tagen abgeschlossen. Das neue, 15 Meter hohe Goldkreuz krönt seit August 2008 wieder in 100 Meter Höhe die Kirche, auch das zentrale Oberlicht ist inzwischen neu verglast. Allerdings müssen noch die Befestigungen von mehr als 2 000 Zierkugeln an der Kuppel erneuert werden, weil sich die Schrauben gelockert haben. Diese Arbeit erledigen jetzt Industriekletterer. Felmy ist froh, dass die Kuppel fertig ist, denn an der Spreeseite hat er bereits eine neue Baustelle. Dort bröckelt die Uferpromenade, die dicht am Dom entlangführt.Die Treppenanlagen sehen ungepflegt aus, viele Stufen sind schief und mit Moos bewachsen, vom Fugenmaterial ist meist nichts mehr vorhanden. Wie Felmy sagt, müssen Teile der Treppen und der Promenade erneuert oder zumindest ausgebessert werden. Zuvor aber lässt die Kirche auch die Ufermauer auf Schäden untersuchen. Denn die Mauer steht anders als der Dom, der zwischen 1894 und 1905 auf einem Betonfundament errichtet wurde, auf Holzpfählen.Seit Wochenbeginn nun überprüfen Taucher die Mauer und die Holzpfähle. "Wir haben einige Schäden entdeckt", sagt einer. Darunter seien auch Hohlräume hinter den Pfählen. Wie groß die Schäden aber tatsächlich sind, könne man erst nach der Auswertung der Kamerabilder sagen.Dombaumeister Felmy geht nicht davon aus, "dass wir etwas Dramatisches feststellen". Es gebe jedenfalls keine Hinweise auf einen baufälligen Untergrund. Die hatte es auch an anderen Stellen der Spree nicht gegeben. Dennoch hatte das Wasser- und Schifffahrtsamt Berlin bei Routinekontrollen im Februar 2006 festgestellt, dass die gut hundert Jahre alte Kaimauer am Schiffbauerdamm unterspült und einsturzgefährdet ist. Die Promenade war drei Monate gesperrt, bis das Ufer durch eine Spundwand vor der Kaimauer gesichert wurde. Auch am Reichstagufer wurde eine Unterspülung festgestellt, vor zwei Jahren wurde das Ufer stabilisiert. Dass auch die Ufermauer am Dom unterspült sein könnte, ist zumindest nicht auszuschließen. Denn dort fahren viele Fahrgastschiffe, auch am Schiffbauerdamm hatten sie mit dem Strahl ihrer Schiffsschrauben bei Wende- und Anlegemanövern dazu beigetragen, die Mauern auszuhöhlen.Unabhängig von den Sanierungsarbeiten veranstaltet der Berliner Dom im Juni ein Mendelssohn-Fest und feiert damit den 200. Geburtstag des Komponisten, sagte gestern Irmgard Schwaetzer, Vorsitzende des Domkollegiums. Aufgeführt werden Symphonien, Oratorien und Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Domkantorei arbeitet dabei mit den beiden Berliner Singakademien, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin sowie mit den Chören der St. Hedwigs-Kathedrale zusammen.------------------------------Foto: Der Berliner Dom im Abendlicht - etwa 740 000 Besucher kamen im vergangenen Jahr in die Kirche, jeder Sechste nahm am Gottesdienst teil.

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