Standpunkt

Nach der Wenders-Kinski-Debatte: Keine Podeste mehr für unsere Künstleridole!

Auch ohne feministischen Furor hat unsere Kollegin eine klare Meinung zu diesem Thema. Wir dürfen und müssen unsere Helden hinterfragen. Und Mensch und Werk voneinander trennen.

5 Min
Wim Wenders und Nastassja Kinski bei der Verleihung des 30. Europäischen Filmpreises 2017 im Haus der Berliner Festspiele

Wim Wenders und Nastassja Kinski bei der Verleihung des 30. Europäischen Filmpreises 2017 im Haus der Berliner Festspiele

© Frederic Kern/imago

Ich bin froh, dass Wim Wenders seinen Film „Falsche Bewegung“ von 1975 zurückzieht, in dem Nastassja Kinski als 13-Jährige halb nackt und in Aktion mit einem viel älteren Mann in eine sexualisierte Szene gedrängt wurde, die sie bis heute belastet. Die Diskussionen nach dem Deutschen Filmpreis hätten ihn zum Umdenken gebracht, lässt er mitteilen. Wir wissen nicht, ob das die Wahrheit ist, wir können es nur hoffen. Vielleicht war auch der Druck zu groß und stimmte ihn das beinahe einhellige Medienecho um. Selbst Alice Schwarzer fuhr ihn schließlich in ihrer Emma an, „diese verdammten zwei Minuten“ herauszuschneiden. Und will man derjenige sein, der es sich mit der eigenen Branche verscherzt, die einen so frenetisch verehrt?

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