Die Nasa hat die bislang schärfsten Aufnahmen des Kraters veröffentlicht, den eine abgestürzte SpaceX-Rakete auf dem Mond hinterlassen hat. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, gab die US-Raumfahrtbehörde am Dienstag Vorher-nachher-Bilder der Einschlagstelle frei.
Die Oberstufe einer Falcon-9-Rakete war am 5. August mit rund 8700 Kilometern pro Stunde auf der Mondoberfläche aufgeschlagen, nachdem sie mehr als ein Jahr unkontrolliert durchs All getrieben war.
Wie groß ist der neue Mondkrater?
Der frische Krater ist nach Angaben der beteiligten Wissenschaftler rund 18 Meter breit und weniger als drei Meter tief. Die Tiefe bestimmte das Team laut Nasa über die Länge des Schattens.
Aufgenommen wurden die Bilder mit der Narrow-Angle-Kamera des Lunar Reconnaissance Orbiter, die Details ab etwa einem Meter erkennt.
Rund um den Einschlag sind helle und dunkle Streifen zu sehen, die laut AP an Schmetterlingsflügel erinnern. Die dunklen Linien bestehen aus oberflächennahem Material, das über lange Zeit von Sonnenwind, kosmischer Strahlung und Mikrometeoriten verändert wurde. Die helleren Strahlen stammen aus tieferen Schichten.
Nasa-Aufnahme der Mondoberfläche vor dem Einschlag der SpaceX-Falcon-9-Raketenstufe
© NASA Goddard/Intuitive Machines/AFP
Nasa-Aufnahme zeigt den Einschlagskrater der SpaceX-Falcon-9-Raketenstufe auf der Mondoberfläche. Die Raketenstufe schlug am 5. August 2026 auf dem Mond ein.
© NASA Goddard/Intuitive Machines/AFP
Wie hat die Nasa die Einschlagstelle fotografiert?
Der Lunar Reconnaissance Orbiter nahm die Stelle laut NASA zwischen dem 11. und 12. August aus rund 96 Kilometern Höhe auf, während er sich mit rund 1,6 Kilometern pro Sekunde bewegte. Die Technikerinnen und Techniker mussten die Sonde kippen, damit die Kameras auf den Krater zeigten.
Der Orbiter umkreist den Mond von Pol zu Pol alle zwei Stunden. Bis die Einschlagstelle ins Blickfeld drehte, vergingen sechs Tage. Als erste Sonde lieferte zuvor bereits Südkoreas Danuri Bilder vom Krater.
Woher stammt die SpaceX-Rakete?
Die Oberstufe gehört zu einer Falcon 9, die im Januar 2025 von Cape Canaveral in Florida startete. Das Objekt war so groß wie ein fünfstöckiges Gebäude. An Bord waren zwei kommerzielle Mondlandegeräte: Blue Ghost von Firefly Aerospace und Resilience des japanischen Unternehmens ispace.
Die untere Stufe kehrte planmäßig zur Erde zurück, die Oberstufe trieb danach ohne Steuerung weiter. „Was passiert ist, ist im Wesentlichen eine Mischung aus Sonnenaktivität und Gravitationskräften, die es auf einen Kurs zum Mond gebracht haben“, sagte Julianna Scheiman von SpaceX laut Reuters.
Eine Gefahr für die Erde bestand durch den Einschlag nach Angaben der Nasa nicht.
Warum ist der Einschlag für die Forschung interessant?
Einschläge künstlicher Objekte auf dem Mond sind selten. Anders als bei natürlichen Meteoriten kennen Forscher hier Masse und Geschwindigkeit genau.
Unabhängige Astronomen hatten die Flugbahn zuerst anhand öffentlich verfügbarer Daten bestimmt, wie die NASA mitteilte. Die Koordinaten der Kratermitte gab die Behörde mit 19,4759 Grad Nord und 266,7138 Grad Ost an.
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