Sommersaison

Nach Eintrittsverbot: Schweizer Freibad verlangt doppelten Preis von Ausländern

Nach heftigen Diskussionen im vergangenen Sommer um ein Ausländerverbot führt das Schwimmbad in Pruntrut ein neues Preissystem ein.

2 Min
Badegäste schwimmen in einem Freibad. In der Schweizer Stadt Pruntrun müssen Ausländer künftig den doppelten Eintrittspreis zahlen.

Badegäste schwimmen in einem Freibad. In der Schweizer Stadt Pruntrun müssen Ausländer künftig den doppelten Eintrittspreis zahlen.

© Joe Giddens/PA Wire/dpa

Das Freibad im jurassischen Pruntrut (Porrentruy) verlangt in der laufenden Saison von Gästen ohne Wohnsitz oder Arbeitsplatz in der Schweiz den doppelten Eintrittspreis. Die neue Regelung folgt auf einen umstrittenen Ausschluss französischer Badegäste im Vorjahr.

Wie das Schweizer Newsportal 20 Minuten berichtete, zahlen ausländische Erwachsene 15 statt 7,50 Franken (ca. 14 statt 7 Euro) Eintritt, Jugendliche 10 statt 5 Franken (ca. 9,30 statt 4,65 Euro). Betroffen sind auch Touristen. Tickets müssen Ausländer demnach online kaufen und an der Kasse mit einem Ausweis vorzeigen. Ein Saisonabonnement steht ihnen nicht zu.

Die Gemeinde hatte bereits im Sommer zuvor den Zutritt eingeschränkt, nachdem es nach eigenen Angaben zu Vorfällen mit Besuchern aus Frankreich gekommen war. Damals galt ein Eintrittsverbot für junge Männer aus dem Nachbarland.

Einsprachen gegen neues Reglement

Gegen die im März verabschiedete Verordnung reichten nach Angaben des Portals 17 Gemeindevertreter und Bürger eine Beschwerde ein. Sie werfen der Regelung vor, sie sei diskriminierend und verletze Verfassungsgrundsätze.

Pruntruts Gemeindepräsident Philippe Eggertswyler verteidigte das Vorgehen im Interview mit der Westschweizer Zeitung 24 Heures. „Es geht nicht darum, Schweizer und Franzosen gegeneinander auszuspielen, sondern darum, die Ruhe zu garantieren“, sagte er. Das neue Reglement erlaube es, bei starkem Andrang oder Sicherheitsbedarf bestimmte Gruppen vorübergehend zu bevorzugen. Wann es in Kraft trete, ließ Eggertswyler offen.

Der Gemeindepräsident räumte gegenüber 24 Heures ein, die Entscheidung sei nicht einfach gewesen. Nach Kritik der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus habe er sich „Tausend Fragen“ gestellt. Eine Schließung des Bades sei aber keine Option gewesen.

Mitarbeiter dürfen sich offenbar nicht äußern

Die von 20 Minuten zur Saisoneröffnung befragten Badegäste äußerten sich gespalten. Einige begrüßten die Maßnahme als Beitrag zu mehr Sicherheit, andere kritisierten die Pauschalisierung. Der 24-jährige Hamdi sagte dem Portal, seine Freunde aus Frankreich kämen wegen des höheren Preises nicht mehr in die sogenannte Badi.

Mitarbeitende des Freibads durften sich laut 20 Minuten aufgrund eines Redeverbots nicht äußern.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner