Medizin

Nach erfolgreicher Behandlung: Berliner Charite entlässt Ebola-Patienten

Der US-Arzt ist nach gut zwei Wochen Therapie in Berlin geheilt. Der Ausbruch im Kongo ist weiterhin nicht unter Kontrolle.

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Der Eingang zum Campus Virchow-Klinikum der Charité am Augustenburger Platz

Der Eingang zum Campus Virchow-Klinikum der Charité am Augustenburger Platz

© Soeren Stache/dpa

Nach rund zwei Wochen Behandlung an der Berliner Charité ist ein US-amerikanischer Ebola-Patient aus dem Krankenhaus entlassen worden. Der Arzt hatte sich in der Demokratischen Republik Kongo mit einer seltenen Variante des Virus angesteckt.

Der Mann befinde sich in gutem Gesundheitszustand, teilte die Universitätsklinik laut Deutscher Presse-Agentur mit. Seit dem 30. Mai sei kein Virus mehr nachgewiesen worden. Das zuständige Gesundheitsamt hob die Isolationsanordnung am Samstagmittag auf.

Therapie am Virchow-Klinikum zeigt Erfolg

Der Patient war am 20. Mai in die Charité aufgenommen worden, nachdem er mit einem Spezialflugzeug aus Uganda nach Berlin gebracht worden war. Bei ihm wurde das seltene Bundibugyo-Virus festgestellt, eine Variante des Ebola-Erregers, gegen die es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie gibt. Die Behandlung erfolgte in der Sonderisolierstation am Campus Virchow-Klinikum, einer von sieben solchen Einrichtungen in Deutschland.

Anfangs sei der Patient stark geschwächt gewesen und habe eine hohe Viruslast aufgewiesen, so die Klinik. Im Rahmen einer kombinierten antiviralen Therapie mit teils experimentellen Wirkstoffen hätten sich die Krankheitszeichen bereits in der ersten Woche zurückgebildet. Der Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin, Leif Erik Sander, sprach von einem bedeutenden therapeutischen Erfolg.

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Der Patient selbst dankte laut dpa dem Behandlungsteam. „Ich wurde erstklassig versorgt, unter anderem mit experimentellen Therapien, die derzeit zur Behandlung dieser Virusart erprobt werden“, wurde er in einer Mitteilung der Charité zitiert. „Meine Dankbarkeit lässt sich mit Worten nicht angemessen beschreiben.“ Seine Gedanken seien auch bei den Menschen im Kongo, die nicht die Möglichkeit hätten, eine solche Versorgung zu erhalten.

Der Ebola-Ausbruch in Zentralafrika ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin nicht unter Kontrolle. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC zählt im Kongo 381 bestätigte Fälle und 62 Todesfälle, in Uganda 16 Fälle und einen Toten. Die WHO geht von einer hohen Dunkelziffer aus. Bislang konnten den Angaben zufolge nur 45 Prozent der Kontaktpersonen Infizierter nachverfolgt werden. Nötig wären 90 Prozent, um die Ausbreitung zu stoppen.

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