Infantino

Nach Fifa-Krisensitzung: Uefa hält an Boykott-Drohung fest

Die Fifa hat ihre Investorenpläne zurückgezogen. Dennoch hält die Uefa an ihrer Drohung eines WM-Boykotts fest. Das Vertrauen in Fifa-Präsident Gianni Infantino sei verloren.

3 Min
Fifa-Präsident Gianni Infantino - die Uefa hält an ihrer Kritik fest.

Fifa-Präsident Gianni Infantino - die Uefa hält an ihrer Kritik fest.

© Riza Ozel/AP

Der europäische Fußballverband Uefa hält an seiner Drohung eines WM-Boykotts fest – trotz einer Entschuldigung des Weltverbands. Das teilte die Uefa laut Reuters am Donnerstag mit.

Die Fifa hatte vorgeschlagen, eine Tochtergesellschaft für kommerzielle Rechte zu schaffen und Anteile an Investoren zu verkaufen. Der Plan löste breite Kritik aus und wurde wieder aufgegeben. Für Fifa-Präsident Gianni Infantino ist es Reuters zufolge die schwerste interne Krise seiner Amtszeit. Die Uefa hatte angekündigt, Fifa-Wettbewerbe zu boykottieren, falls das Vorhaben umgesetzt würde.

„Diese Bedingungen wurden nicht erfüllt“

Die Uefa nannte laut Reuters Bedingungen für eine Rücknahme der Boykott-Drohung, die aus ihrer Sicht nicht erfüllt seien. „Erstens mussten die Vorschläge zum Verkauf der großen Wettbewerbe zurückgezogen werden, und zweitens mussten Zusicherungen gegeben werden, dass solche Versuche, das Spiel auf diese Weise zu entstellen, nie wieder unternommen werden“, hieß es in einer Stellungnahme.

„Diese Bedingungen wurden nicht erfüllt“, so die Uefa. Zudem habe der Verband das Vertrauen in Infantinos Präsidentschaft verloren – diese Position gelte weiter. Auch das Krisentreffen der Fifa-Führung in Rabat ändere daran nichts. Dass Fifa-Mitarbeiter, „deren Karrieren von seiner Gunst abhängen“, Infantino zustimmten, ändere nichts an der Haltung der Uefa.

Einen Tag nach einem Krisentreffen am Mittwoch entschuldigte sich die Fifa laut Reuters bei ihren 211 Mitgliedern für Fehler rund um den abgebrochenen Investorenplan. Sie kündigte an, die zugrunde liegenden Prozesse zu überprüfen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Gianni Infantino: Weitere Amtszeit bis 2031?

Weiterhin räumte der Weltverband laut dpa ein, kommunikativ Fehler gemacht zu haben. Es sei nicht beabsichtigt gewesen, dem Fifa-Council und den Fifa-Mitgliedsverbänden „das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen“. Die Fifa warnte laut Reuters jedoch auch, sie werde „keine Angriffe auf ihre Integrität, gute Amtsführung und ordnungsgemäße Verfahren“ mehr tolerieren.

Infantino strebt im März 2027 in Marokko eine Wiederwahl für eine weitere Amtszeit bis 2031 an. Unter anderem der englische Verband FA und der albanische Fußballverband zogen ihre Unterstützung für Infantino zurück, wie Reuters berichtet. Viele kleinere Verbände, besonders in Afrika und Asien, würden ihn jedoch unterstützen, zudem sei kein ernstzunehmender Herausforderer in Sicht. (mit dpa)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner