Südafrika

Nach „Genozid“-Vorwürfen: USA setzen offenbar Vorbereitungen für G20-Gipfel aus

Trump beschuldigt Südafrika des Völkermordes an weißen Bauern und heißt erste „Flüchtlinge“ in den USA willkommen. Jetzt will er einen G20-Gipfel boykottieren.

Katerina Alexandridi
3 Min
Die erste Gruppe weißer Südafrikaner, denen die Trump-Regierung Flüchtlingsstatus erteilt hat, trifft am Dulles International Airport ein.

Die erste Gruppe weißer Südafrikaner, denen die Trump-Regierung Flüchtlingsstatus erteilt hat, trifft am Dulles International Airport ein.

© Julia Demaree Nikhinson/dpa

Der Nationale Sicherheitsrat des Weißen Hauses hat US-Bundesbehörden angewiesen, die Vorbereitungen für den G20-Gipfel in Johannesburg auszusetzen. Das berichtete die Washington Post unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach stehe der Schritt im Zusammenhang mit Donald Trumps früherer Ankündigung, den Gipfel im November wegen der seiner Ansicht nach „Verfolgung“ der weißen Minderheit in Südafrika zu boykottieren.

Am Montag war die erste Gruppe weißer Südafrikaner, denen die US-Regierung Flüchtlingsstatus erteilt hat, in den USA eingetroffen. Kurz vor ihrer Ankunft hatte Trump von einem „Genozid“ gesprochen. Den Medien warf er vor, die Gewalt zu verschweigen. Der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa wies die Vorwürfe als ein „völlig falsches Narrativ“ zurück. Er erklärte, er sei bereit, sich mit Trump zu treffen, um „diese Angelegenheit weiter zu diskutieren“.

Der G20-Gipfel in Johannesburg soll im November unter dem Motto „Solidarität, Gleichheit, Nachhaltigkeit“ stattfinden. Ein Beamter des Weißen Hauses sagte der Washington Post, Trump werde nicht an dem Treffen teilnehmen, solange die „Situation nicht geklärt“ sei.

Bereits im Februar war US-Außenminister Marco Rubio dem Treffen der G20-Chefdiplomaten in Südafrika ferngeblieben. „Meine Aufgabe ist es, Amerikas nationale Interessen zu fördern, nicht Steuergelder zu verschwenden oder Antiamerikanismus zu verhätscheln“, erklärte er damals.

Trump hatte auch US-Hilfe für Südafrika eingefroren

Die Beziehungen zwischen den USA und Südafrika sind seit Monaten angespannt. Trump hatte im Februar die Hilfen seines Landes für Südafrika eingefroren. Dabei hatte er sich auf ein Landenteignungsgesetz berufen, welches seiner Ansicht nach weiße Farmer diskriminiert. Im März bot Trump den Landwirten die Übersiedlung in die USA an.

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Berichten zufolge wandten sich daraufhin Tausende Südafrikaner an die US-Botschaft in Pretoria. Washington bereite sich darauf vor, in diesem Jahr bis zu tausend Südafrikaner neu anzusiedeln, hieß es unter Berufung auf Regierungskreise.

Landbesitz ist in Südafrika ein heikles Thema, da drei Jahrzehnte nach dem Ende der Apartheid der Großteil des Ackerlandes immer noch im Besitz von Weißen ist und die Regierung unter Druck steht, Reformen umzusetzen. Das Gesetz zur Landenteignung war im Januar von Ramaphosa unterzeichnet worden. Es sieht vor, dass die Regierung nach staatlichen Enteignungen unter bestimmten Umständen keine Entschädigungszahlungen leisten muss.

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