Sanktionen

Nach Griechenlands Erfolg mit Russlands LNG: Experte sieht neuen Trend bei EU-Sanktionen

Griechenland setzte eine Ausnahme für russische LNG-Transporte durch. Ein Sanktionsexperte sieht darin ein Muster, das künftige EU-Sanktionen erschweren könnte.

6 Min
Laut dem neuen EU-Sanktionspaket bleiben russische LNG-Transporte in Drittstaaten erlaubt.

Laut dem neuen EU-Sanktionspaket bleiben russische LNG-Transporte in Drittstaaten erlaubt.

© Stefan Sauer/dpa

Mehr als eine Woche lang blockierte Griechenland das 21. Sanktionspaket der EU gegen Russland. Athen verlangte, dass europäische Reedereien weiterhin russisches Flüssigerdgas (LNG) in Drittstaaten transportieren dürfen.

Nun hat sich Athen durchgesetzt: Die EU-Botschafter haben sich am Donnerstag auf eine zunächst zwölfmonatige Ausnahme geeinigt. Das ab Ende 2026 vorgesehene Transportverbot ist damit vorerst vom Tisch.

Bemerkenswert ist dabei vor allem, wie eng die Ausnahme auf einen konkreten Fall zugeschnitten ist. Nach Berechnungen des CREA entfielen 2025 rund 96 Prozent der von der Ausnahme betroffenen Drittstaatentransporte europäischer Reedereien auf Dynagas. „Das ist nicht wirklich eine Ausnahme für die europäische Schifffahrtsindustrie. Es ist eine Ausnahme für ein Unternehmen“, sagt der Sanktionsexperte Luke Wickenden vom Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) auf Anfrage der Berliner Zeitung.

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