Nach der vorläufigen Beilegung des Streits mit den USA über Grönland haben sich die Staats- und Regierungschefs der EU erleichtert gezeigt - und gleichzeitig Wachsamkeit angemahnt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sprach am Donnerstagabend am Rande des EU-Sondergipfels in Brüssel von einem „guten Ergebnis“, das in den Gesprächen mit US-Präsident Donald Trump am Vortag in Davos erzielt worden sei.
Merz und Macron lobten die europäische Geschlossenheit in der Angelegenheit. „Es hat sich gezeigt, dass Geschlossenheit und Entschlossenheit auf der europäischen Seite durchaus etwas bewirken können“, sagte Merz. Macron argumentierte, wenn Europa mit Einheit reagiere, „kann es sich Respekt verschaffen“.
Macron: Wir bleiben äußerst wachsam
„Die Lage beruhigt sich und das sollten wir begrüßen“, sagte der französische Präsident Emmanuel Macron einem Reuters-Bericht zufolge. „Wir bleiben äußerst wachsam und sind bereit, die uns zur Verfügung stehenden Instrumente einzusetzen, sollten wir erneut Ziel von Bedrohungen werden.“
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte, die EU habe in den vergangenen Tagen „sehr deutlich gemacht“, dass sie „voll und ganz“ hinter Dänemark und Grönland stehe und habe in Bezug auf deren Souveränität „keinen Millimeter“ nachgegeben. „Wir sind froh zu sehen, dass die Eskalation vorerst vom Tisch ist.“
„Die transatlantischen Beziehungen haben in der letzten Woche definitiv einen schweren Schlag erlitten“, erklärte Kallas der Nachrichtenagentur Reuters zufolge bei ihrer Ankunft zum Treffen. Sie fügte hinzu: „Europa ist nicht bereit, 80 Jahre guter transatlantischer Beziehungen wegen Meinungsverschiedenheiten über Bord zu werfen.“
Trump kündigte Verzicht auf Strafzölle an
Trump hatte zuvor angekündigt, im Streit um Grönland auf zusätzliche Strafzölle zu verzichten. Das teilte er auf Truth Social mit. Demnach hatte er ein „produktives Gespräch“ mit Nato-Chef Mark Rutte in Brüssel, bei dem der „Rahmen für eine künftige Vereinbarung in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion geschaffen“ worden sei.
Trump hatte zuletzt mit Nachdruck gefordert, die USA müssten aus Gründen der nationalen Sicherheit die Kontrolle über das zum Nato-Partner Dänemark gehörende Grönland übernehmen.
Merz forderte, „die Resilienz, die Widerstandsfähigkeit der Europäischen Union“ müsse gestärkt werden. Mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf die Nato sagte der deutsche Kanzler, er hoffe „sehr, dass es uns gelingt, dieses Bündnis aufrecht“ zu erhalten. „Dieses transatlantische Bündnis gibt man nicht einfach mal so auf.“
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