Huthi-Angriffe

Eskalation in Nahost: Angriffe auf Flughafen Dammam und Aramco-Ölfeld

Nach neuen Angriffen auf Saudi-Arabien ordnen die USA den Teilabzug ihres Botschaftspersonals aus Riad an. Der Ölpreis zieht deutlich an.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Saudi-Arabien ist seit Anfang Oktober nahezu täglich Raketen- und Drohnenangriffen der Huthi-Miliz ausgesetzt.

Saudi-Arabien ist seit Anfang Oktober nahezu täglich Raketen- und Drohnenangriffen der Huthi-Miliz ausgesetzt.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen King Fahd in der saudi-arabischen Stadt Dammam ist am Mittwochabend ein Mensch getötet worden. Acht weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die saudische Luftfahrtbehörde am Donnerstag auf der Plattform X mit, wie die Nachrichtenagenturen dpa und Reuters berichteten.

Das Ausmaß der Sachschäden werde noch ermittelt. Nach Angaben des Flugverfolgungsdienstes Flightradar24 wurden Flüge umgeleitet. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

Bereits zuvor hatte die saudische Luftabwehr eine Drohne der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz abgeschossen, die auf das Ölfeld Schaibah des Staatskonzerns Aramco gezielt habe. Herabfallende Trümmerteile töteten laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zwei Menschen und verletzten zwei weitere.

Bei den Opfern handele es sich um Staatsangehörige aus Nepal, den Philippinen, Pakistan und Indien. Das saudische Energieministerium erklärte, der Betrieb des Ölfelds sei nicht beeinträchtigt.

USA ordnen Teilabzug an

Als Reaktion auf die anhaltenden Angriffe wies die US-Regierung einen Teil ihres Botschaftspersonals in Saudi-Arabien zur Ausreise an. Nach Angaben aus Diplomatenkreisen, die die Nachrichtenagentur AFP zitiert, betrifft die Anordnung auch Familienangehörige.

AFP berichtete unter Berufung auf Diplomatenkreise auch über Ausreiseanordnungen für Familien von US-Botschaftsangehörigen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Jordanien, Katar und Bahrain. Das US-Außenministerium bestätigte diese Angaben jedoch nicht.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Tommy Pigott, schrieb auf X, die Weisung gelte „ausschließlich für nicht für Notfälle zuständige Mitarbeiter der US-Regierung und deren Familienangehörige in Saudi-Arabien“. Sicherheit und Schutz der Ministeriumsmitarbeiter hätten weiterhin oberste Priorität.

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Brent und WTI deutlich teurer

An den Rohstoffmärkten reagierten die Ölpreise auf die verschärfte Lage in Nahost deutlich. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg laut Reuters am Donnerstagmorgen um rund 1,2 Prozent auf 110,11 US-Dollar, die US-Sorte WTI legte um ein Prozent auf 98,12 Dollar zu.

Saudi-Arabien ist seit Anfang Oktober nahezu täglich Raketen- und Drohnenangriffen der Huthis ausgesetzt. Bei einem Angriff auf den Flughafen von Riad am 10. Oktober wurden laut AFP 13 Menschen getötet und mehr als 300 verletzt.

Das Königreich führt seit mehr als zehn Jahren eine Militärkoalition im Jemen an, die gegen die vom Iran unterstützten Huthis kämpft. Nach Daten des Marktdienstes Kpler, auf die sich Reuters beruft, gab es in den vergangenen zwei Wochen mindestens 18 Angriffe auf Schiffe in der Region.

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