Fünf Tage vor dem offiziellen Ende der Sommersaison wird das Baden billiger. Jedenfalls in fünf Bädern, die privat betrieben werden. Da sich die Pächter nicht mehr an die Tarife der Berliner Bäderbetriebe (BBB) halten müssen, senken sie nun die Preise. Deutlich billiger wird das Baden im Freibad Wendenschloss in Köpenick: Hier müssen Kinder ab heute nur noch einen Euro zahlen (bisher 2,50), ein normales Ticket kostet 2,50 statt 4 Euro. "Ich hoffe, dass jetzt auch mehr Leute zu uns kommen", sagt Pächter Ralph Grams. Er habe deutlich gespürt, dass vielen die Preise zu hoch waren. "Die sind lieber an die wilden Badestellen gegangen." Auch in den Freibädern Lübars, Tegel und Plötzensee ändert sich etwas. Allerdings nicht bei den Eintrittspreisen. "Würde die Saison noch zwei Monate dauern, hätte sich das gelohnt", sagt Pächter Richard Grunke. So aber sei der Aufwand mit den neuen Tickets viel zu groß. Statt weniger Eintritt zu zahlen, erhalte nun jeder Gast beim Kauf einer Eintrittskarte einen Imbissgutschein - Erwachsene in Höhe von einem Euro, Kinder in Höhe von 50 Cent. Falls er im kommenden Jahr wieder Bäder pachtet, so Grunke, werde er jedoch die alten Bäder-Preise wieder einführen. Ein normales Ticket würde dann drei Euro kosten, ermäßigt zwei. Auch Saisonkarten und Ermäßigungen für Senioren soll es wieder geben. Diese hatten die Bäderbetriebe im April abgeschafft. Zudem waren damals die Tarife erhöht worden. Doch nicht alle Pächter machen von der Kartellamtsentscheidung Gebrauch. Im Freibad Orankesee werden die bisher geltenden Tarife beibehalten. Pächter Bernd Barnewski begründet das mit zusätzlichen Kosten. "Allein die neuen Tickets und Aushänge hätten mich 3 000 Euro zusätzlich gekostet." Dass in fünf Bädern die Preise sinken, ist dem Engagement von Frank Ditsche zu verdanken. Der Reinickendorfer, der als Einzelkandidat für den Bundestag kandidiert, hatte sich im Juni an das Kartellamt gewandt und moniert, dass die Pächter die gleichen Preise verlangen müssen wie die Bäder-Betriebe. Nach langer Prüfung hatte die Behörde das untersagt und den Bäder-Betrieben ein Bußgeld angedroht. Die BBB sind zwar nicht glücklich über die so entstandene Billig-Konkurrenz, versuchen ihr aber etwas Gutes abzugewinnen. "Jetzt werden wir ja sehen, ob niedrigere Preise so viele Leute anziehen, dass mehr Gewinn erzielt wird", sagt Vorstand Klaus Lipinsky. Noch gehe er nicht davon aus. Er kündigte an, weiterhin Bäder privat zu verpachten. "Allerdings werden wir die Umsatzbeteiligung neu regeln." Bislang erhalten die Bäderbetriebe einen bestimmten Anteil vom Umsatz der Pächter. Nächstes Jahr soll eine feste Summe vereinbart werden.Das sind die neuen Preise // Die Pächter der Freibäder müssen sich nicht mehr an die Tarife der Bäderbetriebe halten. Folgendes ändert sich: Freibad Wendenschloss (Köpenick, Möllhausenufer 30): Erwachsene 2,50 Euro, Kinder ab drei Jahre einen Euro (gültig ab 28. August).Freibad Lübars (Reinickendorf, Am Freibad 9): Erwachsene erhalten auf ihr Ticket (4 Euro) einen Imbissgutschein in Höhe von einem Euro, Kinder erhalten 50 Cent auf 2,50 (gültig ab 29. August).Freibad Orankesee (Hohenschönhausen, Gertrudstraße 7): keine Veränderungen, die Tarife der BBB gelten weiter.Freibad Plötzensee (Wedding, Nordurfer 24): Erwachsene erhalten auf ihr Ticket (4 Euro) einen Imbissgutschein in Höhe von einem Euro, Kinder 50 Cent auf 2,50 (gültig ab 29. August).Freibad Tegeler See (Reinickendorf, Schwarzer Weg): Erwachsene erhalten auf ihr Ticket (4 Euro) einen Imbissgutschein in Höhe von einem Euro, Kinder 50 Cent auf 2,50 (gültig ab 29. August).Freibad Halensee (Wilmersdorf, Königsallee 5): Preissenkung ist geplant, Höhe steht aber noch nicht fest.In den anderen 20 Frei- und Sommerbädern gelten die üblichen Tarife: normal vier, ermäßigt 2,50 Euro. Die Sommersaison endet am 2. September. 19 Bäder, darunter die verpachteten, bleiben weiterhin offen.Bäder-Infos im Internet unter: www. bbb. berlin. de
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