Nach dem Rückzug des Abgeordneten Ferat Koçak (Linke) aus dem Bundestag aufgrund von Chats mit einem Sohn von Issa Rammo hat dieser auf Instagram ein Statement veröffentlicht. Darin schreibt der Rammo-Sohn: „Ich bin Berliner durch und durch - und jeder weiß, dass ich seit jeher Wert darauf lege, meine Freundschaften und menschlichen Beziehungen zu pflegen, unabhängig davon, aus welchem gesellschaftlichen, politischen oder persönlichen Umfeld jemand kommt.“
Firas Rammo hatte am Montag Chats veröffentlicht, aus denen eine Kommunikation mit Koçak hervorging. Nach deutlicher – auch parteiinterner – Kritik daran hatte Koçak bekannt gegeben, seine Funktionen vorerst ruhen zu lassen.
Firas Rammo schreibt, er habe in seinem Leben Menschen aus den unterschiedlichsten politischen Richtungen kennengelernt und auch verschiedene Parteien bei Wahlen unterstützt. Er habe sich dabei nie an ein politisches Lager gebunden.
„Gleichzeitig habe ich im Laufe der Jahre gelernt, dass politische Beziehungen und persönliche Freundschaften zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Nicht jeder, mit dem man politisch verbunden ist oder den man unterstützt, ist deshalb automatisch loyal“, so Rammo. Und weiter: „Freundschaft, Respekt und Loyalität sind für mich keine Parteifragen.“
Rammo kritisiert in seinem Statement auch den Begriff „Clan“. Tatsächlich ist das Wort umstritten. Kritiker sagen, der Begriff „Clan“ bzw. „Clankriminalität“ verknüpfe Kriminalität mit ethnischer Herkunft und Familiennamen, stigmatisiere damit ganze Großfamilien samt unbeteiligter Mitglieder und sei zudem rechtlich unscharf definiert. Befürworter, etwa Teile von Polizei und Politik, halten dagegen, er beschreibe reale Strukturen Organisierter Kriminalität, die gerade auf familiärer Abschottung, Loyalität und Paralleljustiz beruhen.
Dass er Kontakt zu einzelnen Politikern habe oder hatte, sei für ihn nicht Außergewöhnliches. „Ich habe immer Menschen unterstützt, wenn sie meinen Rat oder meine Hilfe gebraucht haben – und ich habe meine Freunde auch in schwierigen Situationen nicht einfach fallen lassen. Loyalität bedeutet für mich, zu einem Menschen zu stehen, ohne dafür im Gegenzug dieselbe Haltung einzufordern.“ Firas Rammo fährt mit der Bitte fort, dass „die aktuelle Diskussion sachlich bleibt“ und die Dinge nicht größer gemacht werden sollten, als sie tatsächlich seien. „Wir sind alle Menschen“, so Firas Rammo. Er schließt mit einem Bekenntnis zu Berlin als Heimat.
Hinweis: Anders als öffentlich weithin bekannt, heißt die Familie Rammo, nicht Remmo. Auch Firas Rammo schreibt den Namen seiner Familie so.
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