Musikindustrie

Charts gestürmt - KI-Songs fliegen aus der australischen Hitparade

Songs, die komplett von generativer KI stammen, sind in der Rangliste des Musikverbands nicht mehr zugelassen. Auslöser war ein Madonna-Coversong.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Die echte Madonna bei einem Auftritt im Juni 2026 in New York.

Die echte Madonna bei einem Auftritt im Juni 2026 in New York.

© Nancy Kaszerman/imago

Der Branchenverband der australischen Musikindustrie ARIA schließt vollständig von künstlicher Intelligenz erzeugte Musik von seinen Charts aus. Das teilte die Australian Recording Industry Association am Dienstag mit. Aufnahmen, in denen generative KI nur eine unterstützende Rolle spielt, bleiben weiterhin zulässig. Die neue Regel gilt ab der ARIA-Chart-Ausgabe in der kommenden Woche.

Nach dem aktualisierten Regelwerk der ARIA-Charts ist eine mit generativer KI produzierte Aufnahme nur dann zugelassen, wenn sie überwiegend von Menschen geschaffen wurde, und keine Hinweise auf Manipulationen bei Streams oder Chartplatzierungen bestehen.

Die ARIA-Charts sind die offiziellen australischen Musikcharts. Der Branchenverband stellt darin wöchentlich die meistgehörten Songs und Alben des Landes zusammen. Veröffentlicht werden die Ranglisten jeden Freitag auf Apple Music und Spotify.

Zur Abgrenzung zwischen KI-erzeugten und KI-gestützten Aufnahmen greift ARIA auf Kennzeichnungsstandards zurück, die die internationale Musikbranche im Juli vereinbart hatte.

Verband droht mit Disqualifizierung

Anlass für die Regeländerung ist ein Fall aus dem vergangenen Monat. Der in Queensland ansässige DJ Josh Fawaz hatte mit einer Coverversion von Madonnas Hit „Like a Prayer“ aus dem Jahr 1989 den vierten Platz in zwei ARIA-Charts erreicht und wurde zeitweise am häufigsten im australischen Radio gespielt.

Produzenten warfen ihm laut Reuters vor, generative KI eingesetzt und dies zunächst nicht offengelegt zu haben. Fawaz hatte im Juni auf Instagram erklärt, er nutze KI „als Werkzeug“ und wolle seinen Hörern gute Musik bieten.

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ARIA-Geschäftsführerin Annabelle Herd erklärte, die Charts sollten weiterhin ein transparentes Abbild des australischen Musikkonsums bleiben. Eine Rangliste, die reine KI-Produktionen belohne, würde die Grundlage der Musik untergraben, die der Verband vertrete.

Bei Verstößen kann ARIA Titel ablehnen, nachträglich aus den Charts entfernen, Platzierungen anpassen sowie Auszeichnungen zurückfordern. Für Betroffene wurde das Beschwerdeverfahren angepasst. Herd rief zudem Radiosender auf, ähnliche Regeln einzuführen.

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