BRANDENBURG/HAVEL. Die Angst geht um in einem beschaulichen Wohnviertel der Stadt Brandenburg/Havel: Mit einem großen Aufgebot sucht die Polizei fieberhaft nach der Täter, der am Mittwochabend die 64-jährige Rentnerin Helga D. mit einem Messerstich in die Herzgegend getötet hat. "Wir suchen auch weiter Menschen, die an diesem Abend etwas Verdächtiges in dem Wohngebiet gesehen haben", sagte am Freitag ein Sprecher des Polizeipräsidiums Potsdam. Ein Anwohner hatte die Rentnerin am Mittwochabend gegen 18.30 Uhr auf dem Parkplatz des Krematoriums verletzt aufgefunden. Die Frau sagte noch, dass sie überfallen worden sei. Wenig später starb sie auf der Intensivstation des Klinikums.In der Nähe des Tatortes befinden sich vier Supermarkt-Hallen, zur Tatzeit müssen trotz der Dunkelheit noch viele Menschen unterwegs gewesen sein.Besonders tragisch: Helga D. war gerade aus dem nahen Klinikum gekommen, wo sie ihren herzkranken Mann besucht hatte. Auf dem Rückweg zu ihrer Wohnung in der Nikolaus-von-Halem-Straße muss sie dem Täter begegnet sein. Anwohner vermuten, dass Helga D. auf ihrem Nachhauseweg eine Abkürzung durch den Marienberg, eine leicht hügelige, schlecht beleuchtete Parkanlage, genommen hat. Womöglich geschah dort das Verbrechen.Kein Kriminalitätsschwerpunkt"Ich würde nachts nie dort lang gehen", sagte die 80-jährige Gertrud W., die im gleichen Wohngebiet lebt. "Die Angst hier ist jetzt sehr groß. Hier wohnen viele Rentner." Das Opfer Helga D. hinterlässt neben ihrem kranken Mann zwei erwachsene Kinder. Früher arbeitete sie als Sekretärin bei den Wasserwerken, jetzt pflegte sie gerne ihren Schrebergarten. Seit 30 Jahren wohnte sie in dem Wohnblock. Beraubt worden ist sie bei der Tat nicht, heißt es in Ermittlerkreisen. Die Gegend sei kein Kriminalitätsschwerpunkt, so die Polizei.Derzeit basteln die Kriminalisten an diversen Täterprofilen. Geprüft wird insbesondere, ob Täter und Opfer sich kannten. 35 Beamte haben seit Mittwochabend etliche Wohnungen in Tatortnähe aufgesucht, um die Bewohner nach möglichen Beobachtungen zu befragen. Als nicht ausgeschlossen gilt, dass der Täter sich selbst noch stellt.Der Ehemann von Helga D. soll inzwischen von seinem Sohn aus dem Klinikum abgeholt worden sein. (mak.)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]