Der Fall hatte in der Hauptstadt und darüber hinaus für Entsetzen gesorgt: Ein 13-Jähriger griff am 22. Mai an einer Spandauer Grundschule mit einem Messer einen zwölfjährigen Schüler an und verletzte diesen lebensgefährlich.
Die Hintergründe der Tat sind noch unklar. Der mutmaßliche Täter war nach stundenlanger Flucht gefasst worden und befindet sich in einer Einrichtung der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Er soll mit einem Küchenmesser auf seinen Mitschüler eingestochen haben, der im Krankenhaus operiert werden musste.
Der Berliner Kurier konnte nun mit der Familie des Opfers und auch mit dem Jungen selbst sprechen. Sie berichten, wie der Tag der Tat, ein Donnerstag, wie jeden Tag im Haus der Familie ganz normal angefangen habe. Dann aber kam es zu der Attacke, die der Zwölfjährige nicht schildern kann, weil es ihm zu schwer fällt darüber zu reden.
Bange Stunden im Krankenhaus: Das Herz des Schülers nur knapp verfehlt
Seine Mutter springt ein: Als ihr Sohn sich umgedreht habe, um seine Tasche aufzuheben, sei ihm ein Messer direkt in den Rücken gestochen worden. Es habe weitere Stiche gegeben. Seine Mitschüler hätten ihm nicht geholfen, seien alle weggerannt, so der Zwölfjährige. Einzig ein elfjähriges Mädchen habe auf seine blutende Halswunde gedrückt. „Lilly rettete Max durch das Blutstoppen wohl sein Leben“, sagt die Mutter des Jungen.
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Die Familie berichtet gegenüber dem Kurier auch von den bangen Stunden im Krankenhaus. Ärzte retteten dem Jungen in einer Not-OP das Leben. Es dauerte Tage, bis sich der Zustand stabilisierte. Einer der Messerstiche habe das Herz des Schülers nur um zwei Millimeter verfehlt. „Manchmal kann er reden, manchmal nicht. Ich glaube, die größten Narben sind die auf seiner Seele", sagt seine Mutter dem Berliner Kurier.
Nach zwei Wochen erst habe der Zwölfjährige das Krankenhaus verlassen können. Noch immer leidet er unter Schmerzen und Lähmungserscheinungen im Gesicht. Sein Vater sagt, er wolle zurück in die Schule, doch die Erinnerungen an den Tatort – die Sporthalle – und den brutalen Angriff lösten bei seinem Sohn Ängste aus.
Auch über den verdächtigen 13-Jährigen, dem wegen seines jungen Alters wohl keine Strafe droht, sprechen die Eltern des Opfers. Es sei lange absehbar gewesen, dass der Junge professionelle Hilfe brauche, aber niemand habe reagiert: „Dem Kind konnte nicht rechtzeitig geholfen werden und unser Sohn ist jetzt der Leidtragende.“
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