Kommentar

Nach Mustafa’s Wachs-Döner: Was kann Berlin Madame Tussauds noch bieten?

Den berühmtesten Döner Berlins gibt es jetzt als Exponat in Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett. Was kann uns noch retten? Vielleicht die Ketwurst?

Patricia Hempel
Patricia Hempel
3 Min
An manchen Tagen ist die Schlange vor Mustafa’s Gemüse-Kebap so lang wie die vor dem Berghain.

An manchen Tagen ist die Schlange vor Mustafa’s Gemüse-Kebap so lang wie die vor dem Berghain.

© IMAGO/Jürgen Held

Der echte Döner kommt aus Berlin und den trendigsten kann man am Mehringdamm bei Mustafa’s Gemüse-Kebap in Kreuzberg essen. Natürlich nur, wenn man wie vor dem Berghain anstehen will.

Dass man es dort mit einem Kultgericht zu tun bekommt, weiß man nicht nur in ganz Insta-bul, sondern auch bei den Weltenbauern von Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett.

Ab dem 8. Oktober kann man die kulinarische Kostbarkeit in Wachs bestaunen, samt einem Nachbau der berühmten Dönerbude. Auch Inhaber Tarik Kara wird zur Enthüllung des neuen Tussauds-Exponats vor Ort sein, und diese sogar persönlich übernehmen.

Was kommt nach dem Wachs-Döner? Vorschläge bitte!

Wie auch immer es Mustafa’s Gemüse-Kebap geschafft hat, in den Dönerzenit der Hauptstadt aufzusteigen – darum ranken sich Legenden. Eine davon ist, dass die Imbissbude durch Zufall in einem Lonely-Planet-Führer landete, und der Rest ist virale Geschichte. Doch das ist nicht die Frage.

Was könnte kulinarisch nach einem Döner aus Wachs noch kommen? Ist das nicht schon der Superlativ von Kultfraß, den die Hauptstadt zu bieten hat? Sollte Ihnen noch etwas Schmackhafteres als ein Wachs-Döner einfallen – verraten Sie es uns! Wir leiten Ihre Vorschläge gern weiter!

Vorab ein paar Vorschläge: Wie wäre es mit einem Original-Nachbau von Konnopke? Die Imbissinstitution, die die Currywurst Anfang der 60er in Ost-Berlin eingeführt haben soll. Max und Charlotte Konnopke gründeten sie 1930 als Bauchladen und bis heute bekommt man auf der Schönhauser Allee seine Wurst mit Soße nach Familienrezept.

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© IMAGO/snapshot-photography/T.Seeliger

Und fast in Spuckweite: die vom Abriss bedrohte Wurstbude Alains Snack, berühmt für seine bunten Kacheln. 1981 zog dort der HO‑Straßenimbiss „Buffet“ ein und setzte den Startschuss für den offiziellen Verkauf der damals neu erfundenen Ketwurst. Nach dem Mauerfall übernahm Alain André und bewahrte das gastronomische Erbe Ost-Berlins bis heute.

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Auf den Schienen der kulinarischen Geschichte Berlins

Auch im Westen findet man Wachswürdiges. Wer sich im alten West-Berlin was gönnen wollte, der ging auf einen Teller Räucherfisch und für den legendären Rogacki-Kartoffelsalat nach Charlottenburg in die Wilmersdorfer Straße. Das war „Steh-Luxus“ vom Feinsten zwischen Forellenbecken und Wursttheke.

Seit 2008 kann man die Nachbildungen berühmter Persönlichkeiten im Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds besichtigen. Und jetzt findet man also den Döner des Jahrhunderts zwischen rund 120 Exponaten.

Mustafa’s Gemüse-Kebap ist Kult. Klar. Aber möglicherweise könnte man im Sinne eines Erinnerungsarchivs, und so etwas möchte ein Wachsfigurenkabinett ja sein, den Blickwinkel auffächern. Oder hat für die Ketwurst das Wachs nicht gereicht?

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