Die Moritzstraße und die Michaelisstraße in Erfurt bleiben langfristig Einbahnstraßen stadtauswärts, allerdings erst wieder ab dem ersten Quartal 2027. Das teilte die Stadtverwaltung Erfurt am Donnerstag mit. Seit dem 20. April dürfen Autos den Abschnitt zwischen Pergamentergasse und Webergasse nur noch in einer Richtung befahren. Mit dem Versuch wollte die Stadt die Nord-Süd-Radroute zwischen Altstadt und Venedig verbessern.
Die Stadtverwaltung zählte den Verkehr und verglich ihn mit dem Jahr 2025. Im Einbahnabschnitt fuhren danach weniger als halb so viele Autos wie zuvor, in der Pergamentergasse rund neun Prozent weniger. Drei Unfälle gab es im Untersuchungszeitraum, alle beim Parken. Zusätzliche Konflikte zwischen Rad- und Autofahrern beobachtete die Stadt nicht.
Mehr als 1.100 Erfurter antworteten in der Umfrage
An einer Online-Umfrage beteiligten sich mehr als 1.100 Menschen. Die meisten bewerteten die Änderung positiv, 12 Prozent fühlen sich seitdem unsicherer. Für Autofahrer sahen die Teilnehmer eine leichte Verschlechterung, für Radfahrer und Fußgänger deutliche Verbesserungen. Baubeigeordneter Matthias Bärwolff nannte die Ergebnisse „sehr erfreulich“: Der Radverkehr habe gewonnen, ohne dass andere Straßen unzumutbar belastet würden.
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In der Vorweihnachtszeit gilt die Einbahnregelung jedoch nicht. Während des Weihnachtsmarkts ist die Andreasstraße gesperrt, Anwohner des Andreasviertels kämen mit dem Auto nur über große Umwege nach Hause. Deshalb baut die Stadt die Schilder des Versuchs am 2. November ab, dann gilt wieder die alte Verkehrsführung in beide Richtungen. Das soll auch in den kommenden Jahren während der Sperrung so bleiben. Die dauerhafte Einbahnstraße richtet die Stadt je nach Wetter im Laufe des ersten Quartals 2027 ein.
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