Im sächsischen Sebnitz sind am Montagabend mehrere Hundert Neonazis zu einem Protest zusammengekommen. Wie der MDR berichtet, nahmen rund 450 Menschen der rechtsextremen Partei Freie Sachsen daran teil.
Die Anhänger bekundeten demnach Solidarität mit einem örtlichen Handwerksmeister, der mit einer rassistischen Stellenanzeige bundesweit für Empörung gesorgt hatte. Zur Demonstration aufgerufen hatte Max Schreiber, früherer NPD-Kreisvorsitzender und heutiger Kreistagsabgeordneter der Freien Sachsen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Laut der Polizei versammelten sich auch etwa 25 Personen zum Gegenprotest.
Bereits zuvor gab es wegen der Stellenanzeige Versammlungen. Rund 80 Menschen demonstrierten am Ostermontag in Sebnitz gegen Rassismus und für Frieden. Auf dem Marktplatz gab es zudem zwei spontan angemeldete Gegenproteste aus dem eher rechten Spektrum mit nach Polizeiangaben etwa 130 Teilnehmern. „Es blieb störungsfrei“, so ein Sprecher der Behörde.
Nach „keine Hakennasen, keine Bimbos“-Anzeige in sächsischem Amtsblatt: Verlag kündigt Mitarbeiter
„Sieg Heil“-Rufe auf Berliner Friedensdemo: Polizei stürmt Proteste
Stellenanzeige sorgt für Entsetzen: Mitarbeiter gekündigt
Vor etwa zwei Wochen sorgte ein Dachdeckermeister aus Sebnitz mit einer rassistischen und antisemitischen Stellenanzeige für Entsetzen. Im sächsischen Amtsblatt suchte er Azubis für das kommende Jahr: „ABER keine Hakennasen, Bimbos oder Zeppelträger“.
Bilder der Anzeige, die am Donnerstag im regionalen Amtsblatt veröffentlicht wurde, werden im Netz dutzendfach geteilt: „Antisemitismus und Rassismus gehen oft Hand in Hand, insbesondere in der rechten Szene. Eines der ekelhaftesten Beispiele erleben wir gerade in #Sebnitz“, erklärte damals der Antisemitismusbeauftragte in Brandenburg Andreas Büttner auf X.
Einem Verlagsmitarbeiter wurde Medienberichten zufolge nach dem Eklat außerdem fristlos gekündigt. (mit dpa.)
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