Sachsen

Nach tödlichem Hauseinsturz in Görlitz: Zwei Tatverdächtige festgenommen

Nach dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses mit drei Toten in Görlitz hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Metalldiebe handelt.

BLZ/OAZ
2 Min
Die James-von-Moltke-Straße in Görlitz. Hier kam es am frühen Abend des 18.5.2026 zu einem Einsturz eines bewohnten Hauses..

Die James-von-Moltke-Straße in Görlitz. Hier kam es am frühen Abend des 18.5.2026 zu einem Einsturz eines bewohnten Hauses..

© Matthias Wehnert/imago

Im Fall des eingestürzten Wohnhauses in Görlitz mit drei Todesopfern hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt. Beide Männer sollen am 18. Mai 2026, dem Unglückstag, Rohrleitungen in dem Gebäude beschädigt oder manipuliert und so das Ausströmen von Gas ausgelöst haben. Das berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) am Sonntag unter Berufung auf die Görlitzer Polizei.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermittelten wegen des Verdachts der Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung, zitierte der MDR den Polizeisprecher Kai Siebenäuger. Die beiden Verdächtigen befänden sich bereits „in anderer Sache“ in Untersuchungshaft. Bei ihnen handelt es sich nach Polizeiangaben um einen 25-jährigen polnischen und einen rund 35-jährigen afghanischen Staatsangehörigen.

Suche nach Buntmetall und Fahrrädern

Nach Angaben der Polizei sollen die Männer am Unglückstag mehrere Straßen in Görlitz durchstreift und nach Diebesgut Ausschau gehalten haben. Gesucht hätten sie nach Verwertbarem, „insbesondere Fahrräder, Schrott beziehungsweise auch Kupferleitungen, Buntmetall“, so Siebenäuger laut MDR. Gesichert sei, dass sich die beiden auch in dem später eingestürzten Haus in der James-von-Moltke-Straße aufgehalten hätten. Was sie dort genau taten, ist nach Polizeiangaben noch unklar. Eine Untersuchung der Kellerräume sei wegen der Trümmer bislang nicht möglich gewesen.

Die Polizei bittet die Bevölkerung um Hinweise und hat gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 5000 Euro für Angaben ausgesetzt, die zur Aufklärung führen. Gesucht werden auch Aufnahmen von Handys, Überwachungskameras oder Dashcams aus dem Umfeld des Tatorts.

Drei Tote unter den Trümmern

Das Mehrfamilienhaus in der Görlitzer Innenstadt war am 18. Mai eingestürzt. In den Tagen danach bargen Einsatzkräfte unter den Trümmern die Leichen zweier Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren aus Rumänien sowie eines 48-jährigen Mannes mit bulgarischer und deutscher Staatsangehörigkeit.

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