Schulzendorf. wbk Am 14. Juni soll das "Flaggschiff" der Gemeinde - die neue Turn- und Mehrzweckhalle der Öffentlichkeit übergeben werden. Ein großes Eröffnungsprogramm mit viel Sport für jedermann soll die Schulzendorfer anlocken. Ende 1995 hatte sich die Mehrheit in der Gemeindevertretung für den Bau einer Mehrzweckhalle stark gemacht. "Wir brauchen die Turnhalle, obwohl der Gemeinde dann kaum Mittel für andere Dinge bleiben", begründete Bürgermeister Dr. Herbert Burmeister (PDS) den Beschluß. Trotzdem stand das "Jahrhundertbauwerk" im darauffolgenden Frühjahr im Gemeindeparlament auf des Messers Schneide. Bescheidenere Fördermöglichkeiten und der schmale Geldbeutel der Kommune machten Abstriche erforderlich. Statt der ursprünglichen acht wurden nur noch fünf Millionen Mark an Baukosten eingeplant. Ein geeignetes Projekt hatten Abgeordnete, Sportler und Rathausmitarbeiter zuvor in Dänemark ausfindig gemacht. Nach einem Entwurf des Architektenbüros Schwarz & Partner kam es 1996 zur Ausführung - finanziert aus Eigenmitteln der Gemeinde und Fördermitteln des Kreises. Immer im Gespräch Beim Bau ihrer Turnhalle hatten sich zuvor schon Generationen von Schulzendorfern schwer getan. Mehrmals scheiterten sie an den Umständen. Zuletzt 1956 - als die heute 91jährige ehemalige Schuldirektorin Elsbeth Labuske den ersten Spatenstich für die schon damals überfällige Sporteinrichtung vornahm. Obwohl die Schüler eigenhändig Steine dafür heranschleppten, kam von den staatlichen Stellen unerwartet das "Aus". Es gäbe vordringlichere Vorhaben lautete die Begründung. Nach der Wende schien die Sache endlich perfekt. Die Bauteile standen in Berlin bereit. Dann gelangte erneut Sand ins Getriebe. Bombenalarm Rückschläge blieben auch nach Baubeginn nicht aus. Im Mai 1996 mußte die Grundsteinlegung verschoben werden. Grund: Eine Bombenwarnung, die den Munitionsbergungsbetrieb auf den Plan rief. Der blinde Alarm bedeutete eine Woche Verzögerung. Zuletzt wurde die für den 1. Mai geplante Eröffnung verschoben. Die untere Baubehörde bemängelte die Statik und erteilte Auflagen. Fragen nach zusätzlichen Kosten und wer sie zu tragen hat, vermag Burmeister auch heute noch nicht zu beantworten. Unmut erregte das Baugeschehen bei Anwohnern. Sie kritisierten Baumfällaktionen, die quasi "bei Nacht und Nebel" stattgefunden hätten. Burmeister versicherte, man habe nur die notwendige Zahl an Bäumen gefällt. Dafür gäbe es entsprechende Ausgleichsmaßnahmen.Um 10 Uhr findet am Sonnabend die offizielle Schlüsselübergabe statt. Das Programm sieht ein Handballspiel der Schülerauswahl gegen ehemalige Spitzenhandballer der Schule vor. Ein Kultur- und sportliches Showprogramm soll die Gäste bis zum Abend unterhalten. +++
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