Im mutmaßlichen Missbrauchsskandal an der Johann-Christian-Reil-Sekundarschule in Halle gibt es eine neue Wendung. Dem Landesschulamt liege inzwischen eine schriftliche Beschwerde vor. Gefordert werde ein Disziplinarverfahren gegen den früheren, mittlerweile pensionierten Schulleiter. Ihm werde vorgeworfen, trotz Kenntnis der Vorwürfe gegen einen Lehrer nicht eingeschritten zu sein.
Ob ein Disziplinarverfahren tatsächlich eröffnet werde, entscheide sich nach Abschluss der internen Prüfung. Sollten sich Hinweise auf ein Dienstvergehen erhärten, drohe dem Ex-Direktor im äußersten Fall sogar der Verlust seines Ruhegehalts. Eine solche Entscheidung müsste jedoch vor einem Verwaltungsgericht erstritten werden.
Hintergrund des mutmaßlichen Falls in Halle
Hintergrund sei der Fall eines Lehrers der Schule, wie die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) berichtet. Gegen ihn hätten zwei ehemalige Schülerinnen Anzeige erstattet. Der Vorwurf: sexueller Missbrauch. Er habe sie unter anderem unsittlich berührt. Zudem habe er ihnen während ihrer Schulzeit anzügliche Nachrichten geschickt.
Bei einer Hausdurchsuchung im Sommer 2025 habe die Polizei umfangreiches digitales Material sichergestellt. Dessen Auswertung dauere bis heute an. Zudem solle eine vom Lehrer angemietete Zweitwohnung durchsucht worden sein. Dort solle er sich mit teils minderjährigen Schülerinnen getroffen haben. Die Staatsanwaltschaft habe dies zur Zeitung bislang nicht bestätigt.
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Bereits Anfang 2024 solle sich eine Schülerin mit ähnlichen Vorwürfen an die Schulleitung gewandt haben. Eine Meldung an das Landesschulamt sei damals nicht erfolgt. Erst ein anonymer Brief einer weiteren Betroffenen Anfang 2025 habe den Fall ins Rollen gebracht. Der beschuldigte Lehrer sei seit fast einem Jahr freigestellt. Sein volles Gehalt erhalte er trotzdem weiterhin. Das Landesschulamt kritisiere zudem, von der Staatsanwaltschaft erst nach der Durchsuchung informiert worden zu sein. Bis zum Abschluss der Ermittlungen gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
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