Nach Waldbränden mit mehreren Todesopfern in Algerien soll künftig die Todesstrafe für das vorsätzliche Legen von Bränden verhängt werden können, fordert der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune. Er wies das Justizministerium an, das Strafgesetzbuch bis zum 15. September entsprechend zu ändern, wie die staatliche Nachrichtenagentur APS berichtete.
Tebboune erklärte laut APS bei einer Sitzung am Sonntag, der Gesetzentwurf solle noch in dieser Woche der Regierung und anschließend der Nationalen Volksversammlung, dem algerischen Parlament, vorgelegt werden. Die von ihm geforderte Verschärfung richtet sich demnach gegen Personen, die vorsätzlich Brände legen.
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Waldbrände in Algerien
In mehreren Regionen Algeriens waren zuletzt Waldbrände ausgebrochen, wie Bloomberg berichtet. Besonders betroffen waren demnach die Gebiete Jijel, Béjaïa und Tizi Ouzou. Die Feuer zwangen demnach zahlreiche Menschen zur Flucht und verursachten erhebliche Schäden. Mindestens zwölf Menschen kamen laut Bloomberg ums Leben, es wurden drei Tage öffentliche Trauer ausgerufen.
Nach Angaben der BBC waren in den vergangenen Tagen mehr als 100 Waldbrände im Nordosten des Landes registriert worden, die meisten davon seien bereits gelöscht worden. Die Brände brachen dem Bericht zufolge inmitten einer Hitzewelle in Nordafrika aus.
Schäden in Jijel, Algerien, nach Waldbränden Ende August
© Billel Bensalem/APP/imago
Todesstrafe zuletzt 1993 vollstreckt
Nach Angaben von APS wurden im Zusammenhang mit den Bränden bereits mehrere Verdächtige festgenommen. Tebboune begründete die angekündigte Verschärfung unter anderem mit einem aus seiner Sicht ungewöhnlichen Verlauf der Feuer. Mehrere Brände seien gleichzeitig ausgebrochen und hätten sich trotz fehlenden Windes rasch ausgebreitet.
Tebboune ordnete laut APS außerdem an, betroffene Bewohner möglichst schnell mit Ersatzunterkünften zu versorgen und die beschädigte Infrastruktur wiederherzustellen. Die Regierung arbeite zudem an einem Entschädigungspaket für die Betroffenen.
In Algerien sieht das Strafrecht bereits die Todesstrafe für bestimmte schwere Straftaten vor. Vollstreckt wurde sie laut BBC allerdings seit 1993 nicht mehr.
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