Die Universitätsbibliothek der Technischen Universität Berlin und der Universität der Künste Berlin bleibt von Freitagabend bis einschließlich 12. Juni 2026 für die Nutzung geschlossen. Das teilte die TU Berlin am Freitag mit. Grund sei eine defekte Zylinderkopfdichtung an einer Netzersatzanlage, die bei einer Sachverständigenprüfung festgestellt worden sei. Das Aggregat versorge im Ernstfall sicherheitsrelevante Anlagen mit Strom, weshalb das Gebäude bis zur Reparatur aus Sicherheitsgründen nicht genutzt werden könne.
TU-Präsidentin Fatma Deniz erklärte, sie habe sofort den Krisenstab einberufen und alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet, um den Defekt schnellstmöglich zu beheben. Eine Reparatur sei beauftragt. „Uns ist bewusst, dass die Schließung insbesondere für unsere Studierenden und Forschenden mit sehr großen Einschränkungen verbunden ist“, so Deniz. Angesichts der sicherheitsrelevanten Funktion der Netzersatzanlage sehe das Präsidium aber keine verantwortbare Alternative. Deniz verwies zudem auf eine neu gegründete Planungs-Taskforce Brandschutz, die stufenweise jedes einzelne Gebäude der Universität prüfen soll.
Einsturz mit Ansage: Warum das TU-Gebäude Opfer von Verantwortungslosigkeit und Kaputtsparen ist
Bröckelnde Exzellenz – der Sanierungsfall TU Berlin
Hauptgebäude bereits seit Mai geschlossen
Die Bibliotheksschließung ist bereits der zweite größere Vorfall an der TU Berlin innerhalb weniger Wochen. Bereits am 8. Mai 2026 hatte die Hochschule ihr Hauptgebäude an der Straße des 17. Juni in Berlin-Charlottenburg geschlossen, nachdem die Berliner Feuerwehr und zuständige Behörden bei einer Begehung bauliche Auffälligkeiten festgestellt hatten. Betroffen waren Büros, Lehrveranstaltungen und Veranstaltungen, wie die Hochschule damals mitteilte.
Nach übereinstimmenden Medienberichten vom Donnerstag bleibt das Hauptgebäude für das gesamte Sommersemester geschlossen, das bis zum 30. September läuft. Die Universität hatte angekündigt, intensiv an Übergangslösungen für Lehre, Forschung und Verwaltung zu arbeiten und Studierende sowie Mitarbeitende fortlaufend zu informieren.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]