Retrospektive

Die Bildhauerin Nänzi aus Berlin: Wenn sie schwach war, war sie stark

Für die einstige Punkerin Nänzi war Kunst Lebensprinzip. Das wird jetzt überdeutlich im VdBK 1867, in dem einst die Kollwitz lernte und lehrte. Eine Ausstellung für ungehorsame Frauen.

5 Min
Nänzi: „Die Überlebende“, 2001/02 , bemalte Betonskulptur

Nänzi: „Die Überlebende“, 2001/02 , bemalte Betonskulptur

© Nachlass Nänzi

Was Nänzi zur in der Werbung suggerierten „perfekten“ Frauenschönheit zu sagen hatte, machte sie 2010 mit „Minna muss zum Film“ sinnbildlich: Zweifellos ein hypersatirisches Selbstporträt als Dorftrampel: Korpulent gebaut wie das titelgebende „Fettklößchen“ (Boule de suif) aus Guy de Maupassants Novelle, das doch gern eine verführerische, männerfressende „Nana“ von Zola wäre. Und der traditionelle Schwarzwald-Bollenhut mit den roten Wollkugeln obenauf verrät auch noch, dass keiner das Landei begehrte. Die roten Bollen besagen: „Die ist unverheiratet.“

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