Demonstrationen

Nahost-Demos mitten in Kreuzberg: Der Antisemitismus-Streit um die Linkspartei läuft mit

Am Samstag demonstrieren an der Gneisenaustraße Unterstützer sowohl von Palästina als auch Israel. Eine Woche nach der Wahl ist die Stimmung weiter aufgeheizt.

Matthias Zachel
6 Min
Nur wenige Meter trennen die beiden Demonstrationen, als der Pro-Palästina-Zug vorbeizieht.

Nur wenige Meter trennen die beiden Demonstrationen, als der Pro-Palästina-Zug vorbeizieht.

© Matthias Zachel/Berliner Zeitung

In Kreuzberg stehen sich an diesem Nachmittag zwei scheinbar unversöhnliche Fronten gegenüber. Auf der einen Seite werden Israel-Flaggen geschwenkt und Davidsterne getragen, auf der anderen Seite gibt es Palästina-Banner und Sprechchöre, die „Kindermörder – Israel“ skandieren. Und dazwischen knacken Funkgeräte, dutzende Einsatzwagen stehen auf der Kreuzung, ein Großaufgebot an Polizisten.

Zwei Versammlungen, angemeldet für den selben Ort um 15 Uhr: eine davon die stationäre Kundgebung am U-Bahnhof Gneisenaustraße mit dem Anlass „Keine antisemitische Hetze auf Berlins Straßen. Solidarität mit Israel.“ Außerdem startet genau hier die Demonstration „Besatzer raus aus Palästina – Kriegsverbrecher vor Gericht“, die auch gegen Waffenlieferungen an Israel und für die Freiheit der palästinensischen Gefangenen auf die Straße geht.

Zur Konfrontation kommt es zunächst jedoch gar nicht, weil die pro-israelische Demonstration ihren Kundgebungsort verändern will. Auf der Insel in der Mitte der Gneisenaustraße fühle man sich bei der Polizei zwar geschützt, wie der Demonstrant Jerry P. (Name geändert) der Berliner Zeitung berichtet. Doch „die sehen uns nicht“, sagt er in Richtung der Palästinaflaggen. Man wolle ein sehr sichtbares Zeichen setzen.

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