Der „Lake Ontario“ wurde zeitweise auch auf mehreren kanadischen Websites mit dem Namen „Lake America“ angezeigt. Wie der kanadische Sender CBC News berichtet, war der neue Name unter anderem auf Karten des Stromversorgers Hydro One, der staatlichen Alkoholbehörde LCBO und des Nahverkehrsunternehmens GO Transit zu sehen.
Google hatte am Samstag angekündigt, seine Karten in den USA entsprechend der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Umbenennung anzupassen. Nach Angaben des Unternehmens sollten Nutzer in Kanada dagegen weiterhin den Namen „Lake Ontario“ sehen. Außerhalb der USA und Kanadas sollten beide Bezeichnungen angezeigt werden, wie CBS News berichtet.
695 Milliarden Tonnen mehr: Warum das Eis in der Antarktis plötzlich wuchs
Drittanbieter-Karten als Ursache
Hydro One erklärte dem Sender, das Problem gehe auf einen externen Kartendienst zurück. Das Unternehmen arbeite daran, die Bezeichnung „Lake Ontario“ wiederherzustellen. Auch die für GO Transit zuständige Behörde Metrolinx teilte mit, sie überprüfe ihre Websites und habe die betroffene Kartenfunktion vorübergehend deaktiviert. Die LCBO-Karte zeigte laut CBC später wieder den Namen „Lake Ontario“ an.
Google erklärte dem Bericht zufolge am Sonntag, Entwickler könnten bei eingebetteten Google-Karten eine Region festlegen, um die Darstellung an den jeweiligen Standort anzupassen. Wenn die Region auf Kanada eingestellt sei, werde „Lake Ontario“ angezeigt.
Trump ordnete Umbenennung an
Trump hatte vergangene Woche per Dekret die Umbenennung des Sees angeordnet. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen den USA und Kanada. Beide Länder befinden sich derzeit in einem Handelsstreit, nachdem Verhandlungen über eine Einigung gescheitert waren. Die USA haben unter anderem hohe Zölle auf kanadische Waren verhängt, woraufhin Kanada Gegenmaßnahmen ankündigte, wie CBS News berichtet.
Der See liegt zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat New York. Kanada ist nicht verpflichtet, die US-Bezeichnung zu übernehmen, wie CBS News berichtet.
Die Umbenennung sorgte in Kanada für Kritik. Ontarios Premierminister Doug Ford sagte laut CBC, niemand in seiner Provinz werde den See „Lake America“ nennen. Auch der kanadische Premierminister Mark Carney hatte erklärt, der See werde für Kanadier weiterhin Lake Ontario heißen.
Google begründete die Anpassung seiner Karten laut CBS mit der Änderung in der offiziellen US-amerikanischen Geographic Names Information System (GNIS)-Datenbank. Das Unternehmen verwies dabei auf seine bisherige Praxis, geografische Bezeichnungen anzupassen, wenn diese sich je nach Land unterscheiden.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]