Astronomen haben den nach bisherigen Erkenntnissen jüngsten bekannten Exoplaneten bestätigt. Elias 2-24 b sei weniger als eine Million Jahre alt und damit deutlich jünger als alle bislang bestätigten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems, teilte die US-Weltraumbehörde Nasa unter Berufung auf eine im Fachblatt The Astrophysical Journal Letters veröffentlichte Studie mit.
Der junge Planet umkreist den Stern Elias 2-24, der etwa 450 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Der „jugendliche“ Planet besitzt ungefähr die Masse des Jupiters und befindet sich noch in einer Scheibe aus Gas und Staub, aus der neue Planeten entstehen. Nach Angaben des Keck-Observatoriums nimmt Elias 2-24 b weiterhin Material aus seiner Umgebung auf.
Erste Hinweise auf den Planeten gab es bereits vor rund zehn Jahren. Beobachtungen mit dem Radioteleskopverbund Alma in Chile zeigten eine auffällige Lücke in der Staubscheibe um den Stern. Solche Lücken können entstehen, wenn ein junger Planet auf seiner Umlaufbahn Material aufnimmt oder verdrängt. Eine Alma-Studie aus dem Jahr 2017 beschrieb mehrere dieser Strukturen.
Aufnahmen aus mehreren Jahren ausgewertet
Später entdeckte das Very Large Telescope in Chile in einer der Lücken einen schwachen Lichtpunkt. Zunächst blieb jedoch unklar, ob es sich tatsächlich um einen Planeten, einen weiter entfernten Stern oder einen Fehler bei der Aufnahme handelte.
Das Team um die Astronomin Andrea Bernardi wertete deshalb ältere Beobachtungen des Keck-Observatoriums auf Hawaii aus den Jahren 2018 und 2020 aus. Ein sogenannter Koronograf verdeckte dabei das helle Licht des Sterns, sodass lichtschwächere Objekte in seiner Nähe sichtbar wurden. Die Bewegung des Lichtpunkts über mehrere Jahre zeigte, dass er zu Elias 2-24 gehört. Damit bestätigten die Forschenden das Objekt als Planeten.
Elias 2-24 b verändert, was wir über Planetenentstehung wissen
Elias 2-24 b bewegt sich etwa 55-mal so weit von seinem Stern entfernt wie die Erde von der Sonne. Das ist ungefähr die zehnfache Entfernung zwischen Jupiter und der Sonne. Nach gängigen Modellen dauert es etwa fünf Millionen Jahre, bis ein jupitergroßer Planet in der Entfernung des Jupiters von der Sonne entsteht. In größerer Entfernung müsste die Bildung noch länger dauern.
Der Fund deutet deshalb darauf hin, dass Planeten unter bestimmten Bedingungen erheblich schneller wachsen können als bislang angenommen. Die vorherigen Rekordhalter, junge Planeten um die Sterne PDS 70 und WISPIT 2, sind jeweils mehr als fünf Millionen Jahre alt.
Die Bezeichnung als jüngster bekannter Planet bezieht sich auf den derzeitigen Forschungsstand. Altersbestimmungen derart junger Sternsysteme sind mit Unsicherheiten verbunden.
Studie: Warum die Venus ihren eigenen Mond verschlungen haben könnte
Horror im Weltall: Die Menschheit sollte sich eine „Umsiedlung“ gut überlegen
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]