Raumfahrt

Trotz politischer Spannungen: Nasa und Roskosmos verlängern gemeinsamen ISS-Betrieb bis 2030

Russland und die USA setzen ihre Kooperation auf der Internationalen Raumstation laut Roscosmos-Chef Bakanow fort – trotz politischer Differenzen. Zuvor erreichten neue Raumfahrer erfolgreich die ISS.

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Nasa-Administrator Jared Isaacman (links) und Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow in Baikonur, Kasachstan

Nasa-Administrator Jared Isaacman (links) und Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow in Baikonur, Kasachstan

© IMAGO/BILL INGALLS

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa und ihr russisches Pendant Roskosmos haben sich offenbar auf eine Verlängerung des gemeinsamen Betriebs der Internationalen Raumstation ISS bis 2030 verständigt.

Das gab Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow nach dem Andocken des Raumschiffs „Sojus MS-29“ an die ISS auf einer Pressekonferenz bekannt. „Wir haben uns auf drei Hauptpunkte geeinigt. Der erste ist die Verlängerung des gemeinsamen Betriebs der ISS bis 2030“, sagte Bakanow laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax

Zweitens bauten Russland und die USA eigene nationale Orbitalstationen auf und hätten vereinbart, technische Aspekte auszutauschen, um die weitere Koordination nach der Außerbetriebnahme der ISS zu ermöglichen. Die Nasa hat die Verlängerung bislang nicht offiziell verkündet.

Die Sojus-Rakete beim Start am Dienstag

Die Sojus-Rakete beim Start am Dienstag

© Sergei Savostyanov/imago

Nasa-Administrator Jared Isaacman stellte laut Interfax klar, dass es bei den diskutierten Standards um gemeinsame Vorgaben gehe, die künftig für Stationen in beiden Ländern verwendet werden könnten. Isaacman verfolgte den Start gemeinsam mit Bakanow vor Ort in Baikonur – es war nach Angaben der Nachrichtenagentur AP der erste Besuch eines Nasa-Chefs am russischen Weltraumbahnhof seit 2018.

Neue Crew auf der ISS eingetroffen

Die „Sojus MS-29“ war am Dienstag um 16.47 Uhr MESZ vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und rund drei Stunden später am Modul Pritschal angedockt.

An Bord waren der Nasa-Astronaut Anil Menon sowie die russischen Kosmonauten Pjotr Dubrow und Anna Kikina. Die dreiköpfige Besatzung soll nach Angaben der Nasa rund acht Monate auf der Station bleiben und im April 2027 zur Erde zurückkehren.

Auf dem Programm stehen unter anderem Experimente zur Herstellung von Halbleiterkristallen in der Schwerelosigkeit sowie medizinische Versuche.

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Bisherige Zusagen liefen unterschiedlich lang

Die ISS umkreist die Erde seit November 2000 ununterbrochen bemannt in rund 400 Kilometern Höhe. Bislang hatten die ISS-Partner ihre Beteiligung unterschiedlich lange zugesichert: Die USA, Japan, Kanada und die Mitgliedsländer der Europäischen Weltraumorganisation ESA hatten im Jahr 2023 einer Fortführung bis 2030 zugestimmt, Russland hatte sich zunächst nur bis 2028 verpflichtet.

Nach einer Nasa-Mitteilung von 2023 wurde die Station so konzipiert, dass die Partner aufeinander angewiesen sind – keiner der Beteiligten verfügt derzeit über die Fähigkeit, die ISS ohne die anderen zu betreiben.

Russland ist seit 1993 in das ISS-Projekt eingebunden. Historisch knüpft die Zusammenarbeit an das Apollo-Sojus-Kopplungsmanöver von 1975 zwischen den USA und der Sowjetunion an. Trotz der Spannungen wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine setzen Nasa und Roskosmos nun laut Roskosmos ihren Austausch von Besatzungsmitgliedern fort.

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