Gastbeitrag

Nato-Gipfel 2025: Europas gefährlicher Marsch in den Rüstungsrausch

Wenige Wochen vor dem Nato-Gipfel taumelt Europa sicherheitspolitisch in die falsche Richtung: Statt klare Prioritäten zu setzen, dominiert blinder Aufrüstungsaktionismus – mit potenziell fatalen Folgen. Ein Gastbeitrag.

August Pradetto
8 Min
Militärische Übung der französischen Marine in Kooperation mit Großbritannien, Spanien, den Niederlanden, Portugal, Italien, Deutschland und den USA

Militärische Übung der französischen Marine in Kooperation mit Großbritannien, Spanien, den Niederlanden, Portugal, Italien, Deutschland und den USA

© Loic Venance/AFP

Wenn Donald Trump und sein sicherheitspolitisches Team – von Vizepräsident J.D. Vance bis zur Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard – Russland gar nicht als Gefahr für Europa und den Westen ansehen, warum fordern sie dann Verteidigungsausgaben in Höhe von fünf Prozent? Für Europa ist das fast das Dreifache des bisherigen Budgets. Was genau planen sie mit einem derart überrüsteten Europa? Aufgrund des Widerstands der US-Regierung benennt das Abschlusskommuniqué des Nato-Gipfels nicht einmal eindeutig Russland als Aggressor. Trotz jahrzehntelanger Beteuerungen von „strategischer Autonomie“ ist Europas sicherheitspolitische Realität eine andere: strukturelle Abhängigkeit von den USA. Diese hat nicht nur zu einer teuren und letztlich wenig effektiven Reaktion auf die sich anbahnende Krise und dann den Krieg in der Ukraine geführt, sondern gefährdet auch die politische und wirtschaftliche Stabilität des Kontinents.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*