Grönland-Streit

Nato-Gipfel: Trump erneuert Anspruch auf Kontrolle über Grönland

Am Rande des Nato-Gipfels in Ankara stellt der US-Präsident erneut die dänische Souveränität über die Arktisinsel infrage. Kopenhagen und Nuuk widersprechen umgehend.

3 Min
US-Präsident Donald Trump hat seine Grönland-Ansprüche erneuert.

US-Präsident Donald Trump hat seine Grönland-Ansprüche erneuert.

© Andrew Harnik/AP

US-Präsident Donald Trump hat seine Forderung nach US-amerikanischer Kontrolle über Grönland bekräftigt. Das halbautonome Gebiet des Nato-Partners Dänemark „sollte von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht von Dänemark“, sagte Trump nach seiner Ankunft zum zweitägigen Nato-Gipfel in Ankara am Rande eines Treffens mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Das berichteten unter anderem die Nachrichtenagenturen Reuters und AP.

Trump begründete seinen Vorstoß damit, dass Dänemark nicht ausreichend in die Sicherheit der Arktisinsel investiere. Grönland sei „von chinesischen Schiffen und russischen Schiffen umgeben“ und für die USA von großer Bedeutung. Zugleich räumte er ein, dass seine Forderungen vom Januar, in denen er auch militärische Gewalt zur Übernahme des Gebiets nicht ausgeschlossen hatte, das Verhältnis zur Nato belastet hätten.

Dänemark und Grönland weisen Forderung zurück

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wies Trumps Vorstoß in Ankara zurück. Sie erwarte, dass die Verbündeten die Souveränität des dänischen Königreichs respektierten und akzeptierten, dass Greenland nicht zum Verkauf stehe, sagte Frederiksen laut Reuters. „Es ist eine bekannte Position der Vereinigten Staaten, dass sie Grönland besitzen und übernehmen wollen. Ich hoffe, dass ebenso überall bekannt ist, dass dies nicht geschehen wird.“ Gespräche über die Arktis oder Grönland seien in Ankara nicht vorgesehen.

Grönlands Außenminister Mute Egede erklärte auf Facebook, über die Zukunft der Insel entscheide deren Bevölkerung. „So war es immer. Und so wird es immer sein“, schrieb er. Man werde die enge Zusammenarbeit mit den Verbündeten fortsetzen.

US-Außenminister Marco Rubio hatte im Juni erklärt, die Gespräche mit Dänemark und Greenland würden auf monatlicher Basis fortgeführt.

Eine Gemeinde in Nuuk auf Grönland

Eine Gemeinde in Nuuk auf Grönland

© Christinne Muschi/AP

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Kritik an Nato-Partnern

Trump nutzte den Gipfelauftakt zudem für erneute Kritik an den Bündnispartnern. Er sei „sehr enttäuscht von der Nato“, weil Europa und Kanada die USA beim gemeinsamen Militäreinsatz mit Israel gegen den Iran im Februar nicht unterstützt hätten, sagte er nach Angaben von Euronews. Zuvor hatten Verbündete aus Europa und Kanada auf dem Nato-Rüstungsforum Investitionen von rund 50 Milliarden Euro unter dem Schlagwort „Nato 3.0“ zugesagt.

Gegenüber Gastgeber Erdoğan äußerte sich Trump betont freundlich und stellte eine mögliche Wiederaufnahme der Türkei in das US-Programm für den Kampfjet F-35 in Aussicht. Ankaras Zugang war 2019 nach dem Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 auf Anordnung des US-Kongresses ausgesetzt worden.

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