Sicherheit

Nato-Oberbefehlshaber warnt vor Zusammenarbeit von Russland, China, Iran und Nordkorea

Alexus Grynkewich sieht eine wachsende Gefahr für das Bündnis. Er verweist auf die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie auf Sabotage und Drohnen.

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Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich (links) im Mai 2026. Grynkewich warnt vor einer engeren Zusammenarbeit Russlands, Chinas, Irans und Nordkoreas.

Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich (links) im Mai 2026. Grynkewich warnt vor einer engeren Zusammenarbeit Russlands, Chinas, Irans und Nordkoreas.

© Libor Plihal/imago

Der oberste Nato-Kommandeur in Europa, Alexus Grynkewich, hat vor einer engeren Zusammenarbeit Russlands, Chinas, Irans und Nordkoreas gewarnt. Die vier Staaten kooperierten auf eine Weise, die den gemeinsamen globalen Interessen der Nato-Staaten „unmittelbar zuwiderlaufe“, sagte er am Montag vor dem Sicherheits- und Verteidigungsausschuss des Europaparlaments. Welche konkreten Formen der Zusammenarbeit er mit dieser Aussage meinte, erläuterte Grynkewich dabei nicht.

Das globale Sicherheitsumfeld sei „instabil“ und „komplex“ und werde es in den kommenden Jahren voraussichtlich noch stärker, sagte der US-General demnach. Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zeigten nach seiner Einschätzung, wie künftige, möglicherweise gleichzeitige und langwierige Konflikte aussehen könnten: Sie würden mehrere Weltregionen und militärische Bereiche erfassen und zunehmend autonome Systeme einbeziehen.

Warnung vor Angriffen weit über die Ostflanke hinaus

Grynkewich warnte, die Reichweite moderner Drohnen betreffe nicht allein die östlichen Nato-Staaten. Solche Fluggeräte könnten Tausende Kilometer zurücklegen und damit das gesamte Bündnis bedrohen, sagte er. Sinngemäß seien deshalb inzwischen alle Mitglieder „Staaten der Ostflanke“.

Die Nato hatte ihre Mission Eastern Sentry im Jahr 2025 nach dem Eindringen russischer Drohnen in polnischen Luftraum gestartet. Sie soll unter anderem die Abwehr von Drohnen stärken.

Zudem sprach Grynkewich von zunehmenden hybriden Aktivitäten gegen Infrastruktur und Gesellschaften der Nato-Staaten. Eine am Flughafen Leipzig/Halle entdeckte Sprengstoffdrohne, die nicht detonierte, und einen Zwischenfall zwischen einem russischen Kriegsschiff und einem dänischen Militärhubschrauber wertete Grynkewich als Versuche, Angst zu verbreiten und die Unterstützung für die Ukraine zu schwächen.

Russland wolle nach seiner Einschätzung den Eindruck einer so ernsten Bedrohung erzeugen, dass Bevölkerungen ihre Regierungen zum Zurückhalten von Hilfe für Kiew drängten.

Nato fordert Austausch von Erkenntnissen

Der Kommandeur rief die Bündnisstaaten dazu auf, Informationen über solche Vorfälle enger auszutauschen. Wenn die Urheberschaft mit ausreichender Sicherheit festgestellt sei, solle sie öffentlich benannt werden. Das könne die Kosten für staatliche Auftraggeber erhöhen und abschreckend wirken, sagte Grynkewich. Zugleich forderte er die europäische Rüstungsindustrie auf, sich auch auf die Versorgung der Streitkräfte während eines längeren Konflikts einzustellen.

Grynkewich betonte, die Nato sei ein Verteidigungsbündnis und habe keine Absichten über den Schutz ihres Gebiets hinaus. Zugleich warnte er davor, ihren defensiven Charakter als mangelnde Entschlossenheit zu verstehen.

Der Nato-Oberbefehlshaber erläuterte nicht, welche konkrete Zusammenarbeit er mit seiner Aussage meinte. Ein möglicher Bezug ist Russlands Krieg gegen die Ukraine: Nach Angaben der Nato unterstützt Nordkorea Russland mit Soldaten, Waffen und Munition, Iran mit Drohnen und Raketen. China stärkt dem Bündnis zufolge die russische Rüstungsindustrie unter anderem durch Güter, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können.

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