„Jede dieser Tötungen ist eine Straftat und muss strafrechtlich verfolgt werden“, sagte Nabu-Fachbereichsleiter Ralf Schulte. Naturschützer sähen die Politik in Mitverantwortung an Abschüssen ohne Genehmigung. Sie müsse den Fokus auf Unterstützung der Nutztierhalter beim Herdenschutz legen, anstatt die Bejagung von Wölfen zu diskutieren.
Voriges Jahr wurden 942 Übergriffe von Wölfen registriert
Seit Rückkehr der Wölfe nach Deutschland im Jahr 2000 wurden nach Nabu-Angaben insgesamt 64 Tiere illegal getötet. Kaum einer dieser Fälle habe aufgeklärt werden können. Denn den Bundesländern fehle es an Fachstellen für Artenschutzkriminalität. Nicht nur Wölfe seien betroffen, auch Luchse würden immer wieder getötet aufgefunden, ebenso etliche Greifvögel.
Wolf in Brandenburg erschossen: Jäger muss erneut vor Gericht
Nach jüngsten Daten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf für das Monitoringjahr 2019/20 wurden in Deutschland 128 Rudel, 39 Wolfspaare und neun territoriale Einzeltiere nachgewiesen. 2020 registrierte die Stelle bundesweit 942 Übergriffe von Wölfen auf Nutztiere, die meisten in Niedersachsen und Brandenburg. Die Höhe der Fördermittel der Bundesländer für Herdenschutzmaßnahmen lag im vergangenen Jahr bei rund 9,5 Millionen Euro, die Höhe der Schadensausgleichzahlungen betrug rund 800.000 Euro.
Der Deutsche Jagdverband fordert eine Statusänderung beim Wolf von „streng geschützt“ zu „bedingt geschützt“. Das bedeute noch lange nicht, dass jeder Jäger Wölfe jagen dürfe.
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