Naturschutz für Eilande

Liebesinsel wird Fledermaus-Oase

mat
2 Min

Unter Naturschutz stehen seit Jahresbeginn die beiden einzigen Inseln des Bezirks: die Liebesinsel und Kratzbruch vor Stralau. Noch fehlen zwar die Hinweisschilder. Das Betreten der Inseln ist dennoch seit dem 1. Januar verboten. Nach Auskunft des bezirklichen Naturschutzamtes soll sich die 2 000 Quadratmeter große Liebesinsel zu einem Winterquartier für Fledermäuse entwickeln. Vorgesehen sind noch vorhandene Kellergewölbe eines ehemaligen Ausflugslokals auf dem Eiland. Damit die Nachtschwärmer heimisch werden, sind Umbauten an den Gewölben nötig. Die brüchigen Mauern müssen zum Teil geschlossen werden, um Luftzug zu vermeiden. Für "ein ideales Quartier" hält Fledermausforscher Carsten Kallasch dennoch die Liebesinsel. Die Nachttiere würden bei ihrer Suche nach Winterquartieren Flüsse als Orientierungshilfen nutzen. Zu erwarten sei auch, dass die Gewölbe zwar feucht, aber frostfrei seien Bedingungen, die Fledermäuse im Winter suchen. 15 bis 20 ähnliche Objekte betreut Kallasch im Rahmen des Artenschutzprogramms des Senats. "Wir haben dort gute Erfahrungen gemacht, wie sich Fledermäuse wieder ansiedeln." Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs und in den frühen Jahren der DDR war die Liebesinsel ein beliebtes Ausflugsziel. Selbst eine Fähre fuhr dorthin. Den 1 000 Quadratmeter großen Kratzbruch nutzten nur Ruhe suchende Camper. Nachdem die Rummelsburger Bucht zum militärischen Sperrgebiet wurde, kamen kaum noch Besucher auf die Inseln. (mat.)

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