Die Mehrheit der Bürger der sächsischen Kleinstadt Naunhof im Landkreis Leipzig hat sich am Sonntag in einem Bürgerentscheid gegen den Bau von Windkraftanlagen auf Gemeindegebiet ausgesprochen und entschieden, dass die Stadt alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen soll, um Windenergieanlagen auf dem Gemeindegebiet zu verhindern. Die Frage der Windenergienutzung in der Region bleibt somit weiterhin umstritten.
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Nach Angaben der Stadtverwaltung stimmten 2.405 Wahlberechtigte mit „Ja“ und damit gegen Windkraftprojekte, 1.006 Menschen stimmten mit „Nein“. Mit diesem Ergebnis wurde das notwendige Quorum von 1.783 Stimmen erreicht. Die Wahlbeteiligung lag bei 47,8 Prozent. Abstimmungsberechtigt waren 7.132 Menschen. 3.411 Stimmen sind abgegeben worden. Die endgültige Feststellung des Ergebnisses durch den Wahlvorstand soll am Montag erfolgen.
Die Abstimmung war das Ergebnis eines längeren Prozesses: Ein erster Versuch eines Bürgerbegehrens gegen Windkraftanlagen war zuvor von den Behörden für unzulässig erklärt worden. Daraufhin erarbeitete die Arbeitsgruppe „Wind“, die im Herbst von der Stadtverwaltung ins Leben gerufen wurde, eine rechtskonforme Fragestellung, die später vom Stadtrat bestätigt wurde.
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Kritik von Grünen und Linken
Grüne und Linke kritisierten die Abstimmung scharf. Ihrer Ansicht nach sei die Fragestellung negativ formuliert und suggeriere Handlungsspielräume, die tatsächlich nicht bestehen. Sie wiesen darauf hin, dass der Bürgerentscheid zwar die Gemeinde daran hindere, Flächen für Windkraftanlagen auszuweisen, jedoch Investoren nicht davon abhalte, private Grundstücke zu nutzen. Beide Parteien warnten, dass der Stadt durch die Ablehnung der Windenergie wichtige Einnahmen entgehen könnten.
Die Stadtsprecherin Kristin Degen betonte im Vorfeld, dass bisher keine konkreten Bauvorhaben für Windkraftanlagen angezeigt worden seien. Die Frage der Flächenausweisung bleibe weiterhin offen.
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