Dass die Bundeswehr ihr Feierliches Gelöbnis am 20. Juli begeht, ist keine Selbstverständlichkeit. Denn dieser Tag steht nicht etwa für den Gehorsam, der in einer Armee jeden Tag eingeübt wird. Der 20. Juli steht dafür, dass man Widerstand leisten muss, wenn Diensterfüllung ein Verbrechen ist. Dass jungen Menschen gleichsam mit dem Tag ihres Eintritts in die militärische Laufbahn die Tugend des Neinsagens nahegebracht wird, wäre in kaum einer anderen Armee vorstellbar und war auch bei der Gründung der Bundeswehr noch undenkbar. Denn die Attentäter des 20. Juli 1944, die wir heute gemeinsam ehren, galten den meisten Bürgern der jungen Bundesrepublik noch als Verräter.
Militarisierung
Kermanis Appell an die Bundeswehr im Wortlaut: „Wird Ihre Pflicht sein, den Befehl zu verweigern“
Zum Feierlichen Gelöbnis am 20. Juli forderte Navid Kermani Soldaten auf, im Ernstfall Recht über Gehorsam zu stellen. Auch der Kanzler wurde scharf kritisiert. Die Rede im Wortlaut.
Redaktion
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Navid Kermani hat die Bundeswehr eindringlich daran erinnert, dass Recht und Grundgesetz über jedem militärischen Befehl stehen.
© Christian Spicker/imago
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