Lawrow kritisierte zudem die jüngsten Antworten aus Deutschland auf russische Rechtshilfeersuchen im Fall Nawalny als „unwürdig“. Aus seiner Sicht sollten die russischen Ermittler den deutschen Behörden weitere Fragen stellen, damit dort nicht der Eindruck entstehe, die Angelegenheit sei erledigt. Am Freitag hatten die deutschen Behörden mitgeteilt, sie hätten die russischen Gesuche beantwortet. Die deutsche Regierung forderte die russische außerdem erneut auf, den Vorfall aufzuklären.
Nawalny beschuldigt einen Geheimdienst
Der Minister warf westlichen Ländern vor, immer wieder Vorwürfe gegen Moskau zu erheben, ohne Beweise vorzulegen. So sei es im Fall der mutmaßlichen Giftanschläge auf den früheren Doppelagenten Sergej Skripal und den ehemaligen russischen Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko gewesen. Litwinenko galt als Kritiker von Präsident Wladimir Putin.
Mehrere Labore, darunter eins der Bundeswehr, hatten im Blut Nawalnys offiziellen Angaben zufolge das Nervengift Nowitschok nachgewiesen. Die EU verhängte deshalb auch Sanktionen. Der umstrittene Oppositionelle beschuldigt den russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, der auf Putins Befehl gehandelt haben soll. Beide weisen die Vorwürfe zurück. Nach seiner Rückkehr aus Deutschland wurde Nawalny am Sonntag in Moskau festgenommen.
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