Neben Kommunen trennen sich Industrie-Unternehmen verstärkt von ihrem Immobilienbestand

Ungenutztes Vermögen

BLZ
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BERLIN. Der deutsche Immobilienmarkt gilt als attraktiv. Viele Investoren sind in Deutschland bereits eingestiegen und haben im großen Stil Wohnanlagen übernommen. So wurden allein in Berlin nach Angaben der Senatsverwaltung rund 100 000 Wohnungen an die Fondsgesellschaften Cerberus und Oaktree verkauft. Die Stadt Dresden erlöste knapp eine Milliarde Euro aus dem Verkauf von 48 000 Wohnungen an den amerikanischen Investor Fortress und schaffte es so, auf einen Schlag, schuldenfrei zu werden.Großteil verkauftAber auch viele Industrie-Unternehmen haben inzwischen einen Großteil ihrer Wohnungen verkauft. Weit über 300 000 Einheiten wechselten in den vergangenen zehn Jahren den Eigentümer, berichtet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Fast die Hälfte der Wohnungen ging dabei an die Deutsche Annington, die unter anderem die Eon-Tochter Viterra mit mehr als 150 000 Wohnungen übernahm. Von ihrem großen Bestand an Werkswohnungen haben sich zuletzt neben Eon insbesondere die Deutsche Post, TUI, Bayer und ThyssenKrupp getrennt.Doch trotz der zahlreichen Verkäufe verfügen deutsche Unternehmen im Vergleich zu ausländischen Konzernen noch immer über große Immobilienvermögen. Während in den Vereinigten Staaten nur jedes vierte Unternehmen eigene Immobilien nutzt, liegt die entsprechende Quote in Deutschland bei 73 Prozent. In Großbritannien sind es 54 Prozent und im europäischen Durchschnitt liegt der Prozentsatz lediglich bei 33. Damit ist das Kapital gebunden und steht nicht für Investitionen im Kerngeschäft zur Verfügung, so das IW.Nach Schätzungen der Investmentbank MM Warburg beträgt das Immobilienvermögen der 65 größten deutschen Unternehmen derzeit etwa 193 Milliarden Euro. Die Unternehmen hierzulande sind primär Eigentümer der von ihnen genutzten Immobilien. In den USA oder in Großbritannien ist es hingegen üblich, Betriebsgebäude und -gelände zu verkaufen, um es dann zurückzumieten. Und diese Strategie hat Vorteile: Es bleibt mehr Geld übrig für Investitionen.In der Vergangenheit haben in Deutschland nach Angaben des IW steuerrechtliche Regelungen den Verkauf unattraktiv gemacht. Denn bei der Veräußerung einer Immobilie müssen die stillen Reserven - also die Differenz zwischen Verkaufspreis und Buchwert - aufgedeckt und versteuert werden. Das macht den Verkauf jedoch teuer und finanziell damit oft uninteressant, so das IW.Mit der Einführung von Real Estate Investment Trusts, sogenannte Reits, zeichnet sich jedoch eine Lösung ab. Reits sind Immobilien-Aktiengesellschaften, für die spezielle Vorschriften gelten, zum Vorteil für die Unternehmen. So werden beim Verkauf einer Immobilie, die in einen Reit überführt wird, weniger Steuern fällig. Allerdings soll diese sogenannte Exit-Tax-Regelung nur bis zum Jahr 2009 gelten. Außerdem ist diese Regelung nur für solche Immobilien vorgesehen, die bereits fünf Jahre im Besitz des Unternehmens sind. Doch trotz des kurzen Zeitraums rechnet das IW mit einer Beflügelung des Immobilienmarktes. (BLZ)------------------------------Foto : So manche Firma hat bereits ihren Wohnungsbestand verkauft.

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